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Yosemite Falls by Kodiak Greenwood

Trip 6-7 Tage 10 stops

Sierra-Abenteuer

Unternehmen Sie eine Autofahrt durch den wichtigsten Gebirgszug Kaliforniens, die Sierra Nevada – das granitene Rückgrat, das die Ostgrenze des Staates bilet. Beginnen Sie mit einem besuch am türkisfarbenen Juwel von Kalifornien, dem Lake Tahoe, und folgen Sie dann atemberaubenden Bergstraßen zu unvergleichlichen alpinen Traumzielen: den Wasserfällen und Granitmonolithen des Yosemite, dem vergnüglichen Urlaubsort Mammoth Lakes, den höchsten Lebewesen der Welt in den Nationalparks Sequoia und Kings Canyon und der einsamen, windgepeitschten Schönheit der bekanntesten Geisterstadt Kaliforniens, Bodie.

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Alex Farnum

Lake Tahoe

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Lake Tahoe
Majestätische Gipfel und ein Muss für jeden Besucher

Blau wie ein Topas und umgeben von majestätischen Gipfeln ist das Juwel der High Sierra an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada ein Muss für jede Löffelliste. Wo sonst hat man Gelegenheit, Luft zu atmen, die „sehr rein und fein [ist] … die gleiche, die Engel atmen“, wie der berühmte Schriftsteller Mark Twain schrieb. Kleine Städtchen säumen das Ufer, und jedes besitzt seinen ganz eigenen Charme. Im Schnee des Winters und des Frühjahrs können Sie in Wintersportorten von Weltklasse auf die Pisten und Loipen gehen. Im Sommer hingegen holt man das Wasserspielzeug hervor – Segelboote, Stehpaddelbretter, Kajaks und so ziemlich alles, was schwimmt. Und der Herbst färbt die Berge dann mit goldenem Espenlaub.

Lake Tahoe rühmt sich einiger der besten Wintersportorte des Landes. Am Nordufer sind Squaw Valley, Northstar California und Alpine, der Schwesterberg von Squaw, die Hauptattraktionen, insbesondere bei Pulverschnee. Am Südufer des Sees bietet auch Heavenly, einer der größten Skiorte der Welt, faszinierende Seepanoramen von Pisten, die so breit und eben sind wie Autobahnen. Spaß schreibt man in Heavenly ganz groß – auch wenn man nicht auf Brettern steht: Seilrutschen am Berg, Reifenschläuche zum Rutschen, Kabinenbahnen für die Aussichten und Partystimmung am Berg und im Tal. Am Tahoe gibt es aber auch weniger spektakuläre Wintersportorte – zum Beispiel Boreal, Donner Ski Ranch, Homewood, Sierra at Tahoe, Soda Springs, Sugar Bowl, Tahoe Donner. Sie können sich auch auf gespurten Langlauf- und Schneeschuhloipen bei Royal Gorge oder Kirkwood ins Gelände begeben. Ein echter Leckerbissen sind Ausflüge mit dem Hundeschlitten in der Nähe von Squaw Valley, Kirkwood oder in Hope Valley, südlich des Lake Tahoe.

Im Sommer bieten viele dieser Orte – vor allem aber Northstar, Heavenly und Squaw – sommerliches Freizeitvergnügen wie Mountainbiking, Wandern, Rundfahrten in der Tram oder Seilbahnfahrten – eine gute Möglichkeit, ohne körperliche Anstrengung hoch hinaus in die Berge zu gelangen.

Fahren Sie vom Lake Tahoe aus über die Sierra zur trockeneren Ostseite des Gebirgszugs, um eine der besterhaltenen Geisterstädte des Westens zu erkunden.

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Bodie (169 km; 2 Std. 18 Min.)
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Kodiak Greenwood

Bodie

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Bodie
Besichtigen Sie die unheimlichen Überreste einer ehemaligen “Boomtown”

Sie fahren nun auf dem US-Highway 395, einer der schönsten Panoramastraßen Kaliforniens, an der Ostflanke der Sierra entlang nach Süden. Kurz hinter der Viehzüchterstadt Bridgeport biegen Sie links ab auf eine staubige Wüstenstraße, die geradewegs in den Bodie State Historic Park führt. Hinter der letzten Kurve dieser gramerfüllten Straße passieren Sie den einsamen Friedhof auf einem mit Salbei übersäten Hügel an der Südwestseite der Stadt und schauen hinab auf die zerfallenen Überbleibsel einer vergessenen Zeit – und eine fast vergessene Siedlung. Ende des 19. Jahrhunderts noch war Bodie eine blühende Goldgräberstadt mit fast 10.000 Einwohnern. Als die Goldfunde nachließen, verließen aber immer mehr Menschen die Stadt, bis schließlich – vor rund einem halben Jahrhundert – die letzten fortzogen und die Gebäude den trockenen Wüstenwinden überließen. Heute können Sie über die stillen und staubigen Straßen dieser faszinierenden Geisterstadt schlendern, in der Läden, Hotels und einfache Wohnhäuser mit Sorgfalt so erhalten wurden, wie sie aussahen, als Bodie zur Geisterstadt wurde. Achten Sie auf Bilder aus der damaligen Zeit in den Zeitungen, die man zur Isolierung in die Wände gestopft hat! Alte Lkw und Tankstellen, eine verwitterte Holzkirche und jener einsame Friedhof veranschaulichen das Leben – und den Tod – in dieser entlegenen Ecke der kalifornischen Hochwüste.

Bringen Sie unbedingt Essen und Getränke mit, denn es gibt hier keine Verkaufsstände oder Geschäfte (allerdings Trinkwasser)! Ein Buchladen hält jede Menge interessanter Informationslektüre vorrätig, und eine Besichtigung auf eigene Faust ist ebenfalls sehr lohnend.

Fahren Sie von Bodie aus weiter nach Süden zum Mono Lake, dem faszinierenden Rest eines einst riesigen Binnenmeers.

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Mono Lake Tufa Reserve (48 km; 44 Min.)
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Kodiak Greenwood

Mono Lake Tufa State Natural Reserve

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Mono Lake Tufa State Natural Reserve
Bestaunen Sie bizarre Gesteinsformationen, Schlackenkegel und einen supersalzigen See!

Es gibt nur wenige Orte in Kalifornien (und vielleicht auf der ganzen Erde), an denen man sich wie auf dem Mars fühlt – aber das hier ist ein solcher Ort. In diesem Schutzgebiet in der Hochwüste auf der Ostflanke der hohen Sierra säumen gespenstisch anmutende Kalktufftürmchen die Ränder eines eine Million Jahre alten Sees, des salzigen Überbleibsels eines einst gewaltigen Binnenmeers. Über eine Million Seevögel überfliegen ihn, landen auf seiner Oberfläche und ernähren sich von dem, was in ihm schwimmt – ein unglaublich lebendiges Schauspiel in einer vermeintlich trostlosen Umgebung.

Verschaffen Sie sich einen Überblick im ausgezeichneten Informationszentrum, das nördlich von Lee Vining und der Abzweigung der Tioga Road (der einzigen Straße in den Yosemite-Nationalpark von dieser Seite aus) an der Bundesstraße 395 liegt. Die Ausstellungen darin werfen ein Licht auf die Natur- und Kulturgeschichte des Mono-Beckens, aber auch auf die gewaltigen Umweltprobleme, die durch die Wasserableitung entstanden, an der dieser See beinahe zugrunde gegangen wäre. (Er wurde glücklicherweise durch die enormen Anstrengungen des örtlichen Mono Lake Committee gerettet, das in Lee Vining einen kleinen Laden mit hübschen Andenken und Mitbringseln betreibt.) Von Aussichtspunkten genießen Sie das Panorama: die Gipfel der Sierra im Westen, die mit Büschen übersäte Wüste im Osten und natürlich der See mit dem winzigen Wizard Island, einer wichtigen Brutstätte für Westmöwen und andere Seevögel. Vogelführungen werden zwischen Mitte Mai und dem Labor Day (erster Montag im September) freitags und sonntags um 8 Uhr früh angeboten. Das Besucherzentrum ist von Dezember bis März geschlossen.

Die Gegend wird von zahlreichen Wegen durchzogen. Sie können den sanierten Uferlebensraum am Lee Vining Creek und die Schlackenkegel der Region erkunden, die von Obsidian und Bimsstein überzogen sind, oder Sie wandern durch die South Tufa Area, wo Sie die Kalziumkarbonatformationen um den See ganz aus der Nähe betrachten können. Diese Gebilde entstanden durch Süßwasserquellen, die sich in das hochgradig alkalische Wasser des Sees ergossen, der zweieinhalbmal so salzig ist wie das Meer. Naturkundler bieten dreimal täglich zwischen Ende Juni und Labor Day kostenlose Führungen durch die South Tufa Area an. Paddelausflüge mit Führung kann man bei Caldera Kayaks buchen.

Das nächste Etappenziel ist das nette Bergstädtchen Mammoth Lakes, im Winter ein Paradies für Skifahrer und Snowboarder, im Sommer für andere Frischluftfanatiker und Aktivurlauber.

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Mammoth Lakes (50 km; 34 Min.)
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Harriot Manley/Sunset Publishing

Mammoth Lakes

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Mammoth Lakes
Hoher Schnee im Winter, blühende Wildblumen im Sommer

Die Bevölkerung in dieser von einigen der höchsten Gipfel der westlichen USA umgebenen lässig-lockeren Berggemeinde weiß diesen besonderen Ort sehr wohl zu schätzen. Es ist ein Land für Naturfreunde, die es im Winter auf die Pisten der Wintersportgebiete von Mammoth Mountain und dem benachbarten June Lake treibt und die nach der Schneeschmelze losziehen, um in den kristallklaren Bergbächen zu angeln, über hohe Bergwiesen zu wandern und mit dem Mountainbike zu radeln oder sich in natürlichen Thermalquellen zu suhlen. Erfreulicherweise teilen die Einheimischen ihr Glück gerne. Kommen Sie also auf ein “Craft”-Bier vorbei, lauschen Sie im Sommer bei einem Festival der Bluegrass-Musik oder genießen Sie im Winter auf der Terrasse einer zünftigen Berghütte das Après-Ski! Für eine Berggemeinde ist Mammoth Lakes erstaunlich leicht zu erreichen, vor allem während der Skisaison, wenn der kleine Flugplatz täglich von den Flughäfen bei San Francisco und Los Angeles angeflogen wird.

Im Winter meint es Mutter Natur gut mit Mammoth Lakes – sehr gut sogar! Auf dem Hausberg, dem Mammoth Mountain, liegen im Durchschnitt über 9 Meter Schnee, und die Schlepplifte, Sessellifte und Kabinenseilbahnen sind länger in Betrieb als in irgendeinem anderen Wintersportgebiet des Staates. Und sogar wenn Sie selbst nicht Ski fahren, können Sie sich mit der Kabinenseilbahn zum Gipfel des Mammoth Mountain in 3.369 Metern Höhe bringen lassen, um die umliegenden hohen Gipfel ehrfürchtig zu bestaunen. Es gibt auch ausgefallenere Freizeitbeschäftigungen im Winter – von Fahrten mit der Pistenraupe bis zu Schneeschuhausflügen bei Vollmond. Oder rutschen Sie mit den Kindern in Reifenschläuchen den Hang hinunter! Gleiten Sie auf einem Hundeschlitten durch die verschneite Wildnis! Lassen Sie sich après ski in einem Hotel massieren, zum Beispiel im Sierra Nevada Resort & Spa oder im Snowcreek Athletic Club! Krönen Sie den Tag mit einem Abendessen im gemütlichen Lakefront Restaurant, das von verschneiten Kiefern umgeben ist.

Danach können Sie von Mammoth Lakes aus einen Pendelbus zum faszinierenden Devils Postpile National Monument nehmen. (Beachten Sie bitte, dass dieses Ziel im Winter nicht besucht werden kann, wenn die Zufahrtsstraßen und ‑wege von Schnee blockiert sind. Der Park ist in den meisten Jahren von Juni bis September geöffnet, aber Sie sollten sich kurzfristig nach der aktuellen Lage erkundigen – die Saison kann mal kürzer und mal länger ausfallen, je nach Schneelage.)

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Devils Postpile (21 km; 29 Min.)
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Alex Farnum

Devil’s Postpile

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Devil’s Postpile
Erkunden Sie bizarre Gesteinsformationen!

Folgen Sie der Staatsstraße 203 westlich von Mammoth Lakes durch eine atemberaubende Berglandschaft zu diesem Naturwunder. Es sieht aus wie Nutzholz, das Götter (oder Teufel, wie der Name nahelegt) zurückgelassen haben, und viele Besucher fragen sich, wie die knapp zwanzig Meter hohen Basaltsäulen dieses Nationaldenkmals an diesen Ort gelangten. Tatsächlich sind sie hier entstanden: als Ergebnis eines Vulkanausbruchs, bei dem Lava die Berghänge hinabfloss und diese eindrucksvolle Säulenwand hinterließ. Gletscher spielten dabei auch eine Rolle, denn sie legten die Säulen frei und schliffen die natürliche Sechseckform des Basalts heraus.

Ganz gleich aber, wie diese Säulen entstanden – sie sehen einfach cool aus und sind einen Abstecher wert, ebenso wie viele andere Stellen in dieser Gegend. Folgen Sie einfach dem vier Kilometer langen Weg zu den über 30 Meter hohen Rainbow Falls. Und sehen Sie sich die Belege aktueller Vulkantätigkeit an den Mineralquellen des Denkmals an!

Im Sommer (von Mitte Juni bis Anfang September) ist der Individualverkehr im Park beschränkt, doch es ist einfach, von Mammoth Lakes aus mit dem Pendelbus hierher zu kommen. Im Winter sind die Straßen generell geschlossen, so dass Sie den Park nur mit Langlaufskiern oder Schneeschuhen besuchen können. In den übrigen Jahreszeiten können Sie zwar mit dem Auto hineinfahren, aber an sonnigen Tagen und an Wochenenden füllen sich die Parkplätze meist schon am Vormittag, also sollten Sie möglichst früh anreisen.

Wenn Sie mit dem Pendelbus gekommen sind, dann kehren Sie mit diesem auch wieder nach Mammoth Lakes zurück, um von dort Ihre Reise fortzusetzen. Falls Sie mit dem Auto angereist sind, fahren Sie einfach von hier zur US-Bundesstraße 395 zurück und auf ihr nach Süden zur Manzanar National Historic Site, einem Mahnmal für die schrecklichen Ereignisse, die sich hier im Zweiten Weltkrieg abspielten.

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Manzanar (166 km; 1 Std. 59 Min.)
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Courtesy of Manzanar National Historic Site

Manzanar National Historic Site

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Manzanar National Historic Site
Erfahren Sie mehr über ein düsteres Kapitel in der Geschichte der USA

Wenn Sie auf dem US-Highway 395 nach Süden fahren, erleben Sie eine wunderschöne Landschaft: hohe Berggipfel im Westen, beeindruckende Hochwüsten mit Hügeln und Flachland im Osten. Biegen Sie kurz hinter dem winzigen Nest Independence ab zu diesem nüchternen Mahnmal für die Ereignisse in dieser Region während der frühen 1940er Jahre. Während des Zweiten Weltkriegs wurden nämlich Tausende Amerikaner japanischer Abstammung aus ihren Häusern und Wohnungen im Westen der USA gezerrt und in Internierungslager wie Manzanar verschleppt. Dieser entlegene Ort im windgepeitschten Owens Valley erweckt diese finsteren Zeiten wieder zum Leben – in Form von rekonstruierten Gebäuden, Fotografien, Filmen, mündlichen Überlieferungen und interaktiven Exponaten. Im Manzanar Visitor Center wurde dieses ebenso faszinierende wie verstörende Stück kalifornischer Geschichte auf knapp 750 m² Ausstellungsfläche sorgfältig aufbereitet. Ein fünf Kilometer langer Rundweg gibt Ihnen die Möglichkeit, die Reste von Obstgärten und Gebäuden sowie einen buddhistischen Friedhof zu besichtigen. Neben dem Besucherzentrum liegt Block 14 mit zwei rekonstruierten Baracken und einer mit Ausstellungsstücken gefüllten Kantine, in der Sie ein großes Modell des Manzanar War Relocation Center bestaunen können, das ehemalige Internierte gebaut haben. Ranger bieten regelmäßig Führungen von einer Dauer zwischen 15 und 90 Minuten an. Nehmen Sie sich auch die Zeit, sich den aufschlussreichen 22 Minuten langen Dokumentarfilm Remembering Manzanar anzuschauen, der alle halbe Stunde gezeigt wird.

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Mt Whitney (35 km; 34 Min.)
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Mount Whitney

Mount Whitney

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Mount Whitney
Sehen - und erklimmen Sie vielleicht sogar - einen der höchsten Gipfel der USA

Wenn Sie von Manzanar weiter auf der Bundesstraße 395 nach Süden fahren, wird es Ihnen vermutlich schwerfallen, die Augen auf der Straße zu behalten, denn Sie werden rechts der Straße ständig von Bergen abgelenkt, die so hoch sind, dass ihre Gipfel oft in den Wolken verschwinden. Tatsächlich handelt es sich hier um einige der höchsten Berge des ganzen Landes, und unter ihnen ist auch diese „Granitbestie“, die in der Nähe ihres 4.418 Meter hohen Gipfels eine hornartige Granitformation aufweist: Der Mount Whitney ist die höchste Erhebung innerhalb der 48 zusammenhängenden US-Bundesstaaten.

Trotz seiner imposanten Größe und seiner baumlosen Felswände und ‑türme ist er erstaunlich leicht zugänglich und sogar besteigbar. Es gibt zwar Menschen, die die 17 Kilometer zum Gipfel im Schnelldurchmarsch zurücklegen und auch am gleichen Tag wieder zurückkehren, doch zur Eile besteht kein Anlass. Schließlich gibt es unterwegs viele unschlagbare Aussichten auf die umliegenden Bergriesen im Norden, Westen und Süden zu genießen und auf die fahlen Wüstenebenen (mit dem Death Valley) im Osten. Wenn Sie körperlich einigermaßen fit sind und kein Problem mit Rucksackwanderungen haben, dann planen Sie lieber zwei Tage ein – so können Sie sich auch besser an die dünne Höhenluft gewöhnen. Die meisten Rucksackwanderer schlagen ihr Zelt am Consultation Lake ab. Hier lassen sie dann das schwere Gepäck zurück und klettern einen Serpentinenweg mit 99 Kurven hoch, der zum letzten Aufstieg zum Gipfel führt. Die Klettersaison dauert normalerweise von Mai bis Oktober, aber mit Schneefall ist jederzeit zu rechnen, so dass alle Bergsteiger auf Wettereinbrüche vorbereitet sein sollten. Der Aufstieg ist nichtsdestotrotz sehr beliebt, so dass die erforderlichen Genehmigungen zwischen dem 1. Februar und dem 15. März verlost werden müssen.

Falls Sie keine Genehmigung gewinnen konnten oder nicht am Gipfelsturm interessiert sind, müssen Sie sich keine Sorgen machen: Sie können sich immer noch – ganz ohne Genehmigung – die Beine vertreten, indem Sie zum Lone Pine Lake wandern (rund 9 Kilometer hin und zurück). Beginnen Sie gut 20 Kilometer westlich von Lone Pine am Whitney Portal, einem hübschen Campingplatz zwischen Kiefern – hier gibt es auch einen hübschen Lagerladen mit Andenken an den Mt. Whitney. Achten Sie, bevor Sie Ihr Auto verlassen, auf die Schilder, die Sie auffordern, jedwedes Nahrungsmittel und andere verdächtige Gegenstände (sie sind dort einzeln aufgeführt) zu entsorgen, durch die die heimischen Schwarzbären angelockt werden könnten – diese haben nämlich keine Skrupel, ein leeres Auto zu zerlegen, um an Futter zu kommen, das im Wageninneren herumliegt.

Die Sierra schwindet südlich des Mt. Whitney, und Ihre Route wendet sich erst nach Westen und dann nach Norden um das Südende des Gebirgszugs, bevor Sie wieder Richtung Norden fahren und zu den Nationalparks Sequoia und Kings Canyon gelangen, wo die höchsten Lebewesen der Erde zu Hause sind

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Sequoia und Kings Canyon National Parks (444 km; 4 Std. 44 Min.)
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Steve Calderaro

Sequoia und Kings Canyon National Parks

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Sequoia und Kings Canyon National Parks
Tiefe Schluchten und rauschende Flüsse

Klettern Sie wieder zurück in die Sierra, aber diesmal an deren Westflanke, um diese ausgedehnte und abwechslungsreiche Parklandschaft kennenzulernen. Auch wenn dieses Nationalpark-Duo weniger berühmt ist als der rund 120 Kilometer weiter nördlich gelegene Yosemite, hat es mit seinen riesigen Mammutbäumen, hohen Bergen, tiefen Schluchten und rauschenden Flüssen jede Menge Sehenswertes zu bieten. Innerhalb der Parkgrenzen von Sequoia/Kings Canyon liegen immerhin der Mount Whitney, mit 4.417 Metern die höchste Erhebung innerhalb der 48 zusammenhängenden US-Bundesstaaten, sowie der Kings River Canyon, eine der tiefsten Schluchten Nordamerikas. Trotzdem kennt man die beiden Parks – ebenso wie das angrenzende Giant Sequoia National Monument und die Nationalforste der Umgebung – hauptsächlich wegen ihrer überdimensionierten Mammutbäume. Dank des General-Sherman-Baums, des nach Rauminhalt größten Lebewesens der Welt, und seiner gigantischen Nachbarn ist das Bestaunen großer Bäume hier die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Besucher. An der Basis hat der General-Sherman-Baum einen Umfang von über 31 Metern, und der Baum ragt fast 84 Meter hoch in den blauen Himmel der Sierra – und wächst immer noch: Jedes Jahr kommt die Holzmasse eines 18 Meter hohen Baums hinzu. Sie können sich noch immer keine Vorstellung von seiner Größe machen? Ein Ast des General Sherman ist so dick – fast 2 Meter im Durchmesser –, dass er größer ist als die meisten Bäume entlang dem Mississippi.

Der General Sherman übt verständlicherweise eine große Anziehungskraft auf die Parkbesucher aus, weshalb es im Sommer auch kostenlose Pendelbusse gibt, die an zwei verschiedenen Haltestellen anhalten, einer oberhalb und einer unterhalb dieses faszinierenden Baumriesen. Viele Besucher steigen an der oberen aus und laufen hinunter zur unteren, vorbei am General Sherman. Das ist in Ordnung, wenn man es eilig hat, aber man kann hier auch noch mehr Zeit verbringen. Wandern Sie zum Beispiel über den Congress Trail, einen drei Kilometer langen Rundweg, der Sie zu Dutzenden weiterer Mammutbäume mit Stammdurchmessern von der Größe Ihres Wohnzimmers führt. Die House Grove und die Senate Grove, zwei weitere Mammutbaumwäldchen am Ende des Rundwegs, sind die eindrucksvollsten, doch eine echte Besonderheit ist der Washington-Baum, der lange als zweitgrößter Baum der Welt galt.

Der winterliche Schnee kann die Zufahrt zu den Parks und die Bewegungsfreiheit innerhalb der Parks erheblich einschränken. Informieren Sie sich kurzfristig auf der Website über die aktuelle Lage!

Von hier geht Ihre Fahrt weiter zu einem anderen Kronjuwel Kaliforniens, dem Yosemite-Nationalpark.

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Yosemite National Park (323 km; 3 Std. 54 Min.)
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Kodiak Greenwood

Yosemite National Park

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Yosemite National Park
Unvergessliche Schönheit und rauschende Wasserfälle

Die Strecke nördlich der Nationalparks Sequoia und Kings Canyon führt Sie erst durch dichte Wälder auf der Westseite der Sierra Nevada und dann hinab in das großflächige Agrarland des Central Valley, bevor sie nach Osten erneut in die Berge hinein ansteigt. Hier liegt Yosemite, der erste Nationalpark Kaliforniens und seit 1984 ein Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Er lockt alljährlich rund vier Millionen Besucher an – und das aus gutem Grund. Mit einer Fläche von 2.849 km² ist der Park größer als das Saarland und bietet unvergessliche Naturwunder, von den steilen Wänden des Yosemite Valley bis zur alpinen Schönheit der Tuolumne Meadows und den inspirierenden Sequoia-Bäumen in Mariposa Grove.

Zu den vielen Dingen, auf die Yosemite besonders stolz sein kann, gehören mit Sicherheit auch die Wasserfälle. Von den 20 höchsten Wasserfällen der Welt liegen allein drei im Yosemite Valley: Yosemite Falls, Sentinel Fall und Ribbon Fall. Die Yosemite Falls sind sogar die höchsten Wasserfälle Nordamerikas. Der Aufstieg zum höchsten Punkt in 739 Metern Höhe über dem Grund ist recht anspruchsvoll, doch zum Glück wirken sie auch von unten recht beeindruckend. Die Stelle am Fuß erreicht man leicht auf einem anderthalb Kilometer langen Rundweg, der auf jedermanns Löffelliste gehört. Aber auch die anderen Wasserfälle von Yosemite besitzen unbestreitbar ihren Reiz. Ein bequemer Fußweg zu den 189 Meter hohen Bridalveil Falls bringt Sie zu einem Aussichtspunkt am Fuße dieser schäumenden Kaskaden. Der Aufstieg zu den Vernal und Nevada Falls ist etwas schwieriger und führt über Granitstufen zu zwei steilen Abhängen, an denen man sehen kann, wie sich der gesamte Merced River über die Felskante ins Tal stürzt. (Beachten Sie unbedingt die Sicherheitshinweise und bleiben Sie hinter den Absperrungen!)

Die Tuolumne Meadows, eine der meistfotografierten Regionen in Yosemite, sind ein ausgedehntes Grasland, eingerahmt von hohen Granitfelsen und ‑gipfeln. Diese Aue erstreckt sich mehr als drei Kilometer am Tuolumne River entlang und ist mit einer Höhe von 2.600 Metern über dem Meeresspiegel die höchste subalpine Wiese in der Sierra Nevada. Von ihren Rändern führen Wanderwege in alle Richtungen: zu den Bergseen unterhalb der Spitzen des Cathedral Peak und des Unicorn Peak ebenso wie zu einer Reihe tosender Wasserfälle am Tuolumne River. Das kleine Besucherzentrum, das in einer historischen Hütte untergebracht ist, enthält Anschauungsmaterial zur Geologie und zu Flora und Fauna der Gegend. (Beachten Sie bitte, dass die Zufahrt zu den Tuolumne Meadows eingeschränkt ist: Die Straße ist normalerweise von Mitte November bis in den Juni wegen Schneefalls gesperrt.)

Von Yosemite fahren Sie weiter nordwärts zu Ihrem letzten Etappenziel, einem Besuch der außergewöhnlichen und leicht zugänglichen Mammutbaumbestände des Calaveras Big Trees State Park.

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Lucas Himovitz

Calaveras Big Trees State Park

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Calaveras Big Trees State Park
Schauen Sie auf zu den faszinierenden Baumriesen und erfahren Sie mehr darüber

Nehmen Sie sich auf dem Weg zu diesem Park etwas Zeit, die reizende Goldgräberstadt Murphys zu besuchen, wo Sie auch sehr gut entlang der Hauptstraße an einer Weinprobe teilnehmen und innovativ speisen können. Fahren Sie dann wieter nach Norden, um die friedvollen Mammutbaumbestände dieses wenig bekannten Parks zu erkunden. Der Park, der bereits 1931 gegründet wurde, um einen atemberaubenden Bestand an Mammutbäumen zu schützen, ist einer der Orte, an denen man diese gewaltigen Baumriesen am einfachsten sehen kann. Biegen Sie etwa 6½ Kilometer nördlich des Ortes Arnold im kalifornischen Goldgräberland zu diesem Park ab, ziehen Sie die Wanderstiefel an und folgen Sie den Wegen zur North Grove, dem meistbesuchten Teil dieses 2.630 Hektar großen Parks, und auch zur South Grove. Reservieren Sie sich einen Zeltplatz auf einem der beiden großen Campingplätze, oder stellen Sie Ihr Zelt auf einem der fünf entlegeneren Campingplätze auf, für die es keine Reservierungsmöglichkeiten gibt. Im Sommer ist das Besucheraufkommen zwar am größten, doch im Frühjahr zeigen die Hornsträucher ihre wunderschönen weißen Blüten, und im Herbst bildet das rote und goldene Herbstlaub einen hübschen Kontrast zu den rostbraunen Stämmen der Mammutbäume. Zu bestimmten Jahreszeiten werden im Park geführte Wanderungen und Gesprächsrunden am Lagerfeuer angeboten. 

Um in die Hauptstadt des Staates, Sacramento, zu gelangen, fahren Sie rund zwei Stunden lang Richtung Nordwesten durch das Gold Country und das Central Valley. Um nach San Francisco zu kommen (rund 3 Autostunden), fahren Sie nach Südwesten durch das Central Valley zur Bay Area.