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Golden Canyon & Zabriskie Point by John Buie

6 unvergessliche Wüstenparks

Die Wüstenregion von Kalifornien ist riesig und zugleich intim – sie reicht von trockenem, dürrem Ödland zu oasenähnlichen grünen Schluchten mit versteckten Wasserfällen. Turmhohe Sanddünen ragen weit über den Wüstenboden, während das Badwater-Becken im Death Valley National Park mit 86 Metern unter dem Meeresspiegel der niedrigste Punkt in Nordamerika ist. Erleben Sie nach dem Winterregen die Pracht der Wildblumenblüte im Frühjahr, die sich über der Wüste ausbreitet. Erkunden Sie Vulkantrichter und schauen Sie waghalsigen Felskletterern beim Erklimmen riesiger Brocken zu (und vielleicht versuchen Sie es einmal selbst).

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Mojave National Preserve

Mojave National Preserve

Mojave National Preserve
Entdecken Sie turmhohe Dünen, uralte Vulkane und die Einsamkeit der Wüste!

Wenn Sie auf den Schnellstraßen – der I‑15 oder der I‑40 – vorbeirasen, dann mag die knapp 250 Kilometer nordöstlich von Palm Springs gelegene Mojave National Preserve ebenso unspektakulär wie unwirtlich erscheinen, doch beim näheren Hinsehen offenbaren sich die wahren Wunder dieses Naturschutzgebiets: vom Wasser geformte Schluchten, erstarrte Lavaströme und Wälder aus Josua-Palmlilien, so weit das Auge reicht.

Beginnen Sie Ihren Besuch im ausgezeichneten Besucherzentrum des Reservats, das im renovierten Kelso Depot untergebracht ist, einem 1924 erbauten Bahnhof im “Spanish Mission Revival”-Stil, einer Nachahmung der alten spanischen Missionsbauten. Besorgen Sie sich dort Karten und Informationen, bevor Sie die Glanzlichter des Schutzgebiets erkunden. Der beliebteste Ort zur Beobachtung des Sonnenauf- und ‑untergangs sind die nahegelegenen Kelso Dunes, das zweitgrößte Dünensystem in Kalifornien. Es erstreckt sich über eine Fläche von knapp 120 km² und erreicht stellenweise Höhen von über 180 Metern, und im Frühjahr ist der Sand zudem mit farbenfrohen Wildblumen übersät. Wenn Sie die höchsten Dünen erklimmen, werden Sie mit einem herrlichen Wüstenpanorama belohnt.

Nach einer sieben-jährigen Schließung haben die Mitchell Caverns - beeindruckende Kalksteinhöhlen, die versteckt am Hang in der Providence Mountains State Recreation Area gelegen sind - seit Ende 2017 wieder geöffnet. Schließen Sie sich einer einstündigen geführten Tour an - die eine knapp 2,5 Kilometer lange Wanderung zum Eingang beinhaltet - und sehen Sie die Höhlen und ihre faszinierenden Formationen. (Touren gibt es nur mit einer Reservierung vorab und finden Freitag bis Sonntag sowie an Feiertag-Montagen statt.)

Eine weiter beliebte Wanderung – und auch eine unvergessliche Fitness-Übung – ist der hin und zurück fünf Kilometer lange Aufstieg zum 1.760 Meter hohen Teutonia Peak, dem höchsten Punkt des Cima Dome, einem nahezu vollkommen symmetrischen Felsgebilde, das von der weltgrößten Konzentration an Josua-Palmlilien bedeckt ist. Nehmen Sie ausreichende Mengen Wasser mit, und meiden Sie die heißesten Abschnitte des Tages. Wenn Sie Ihr Wüstenabenteuer verlängern möchten, schlagen Sie auf einem der beiden Campingplätze – Hole-in-the-Wall oder Mid Hills – ihr Zelt auf.

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Photo by John Fowler/Flickr

Red Rock Canyon State Park

Red Rock Canyon State Park
Bestaunen Sie Felsen in allen Nuancen des Regenbogens!

Diese Parklandschaft rund 200 km nördlich von Los Angeles, die in früheren Zeiten eine beliebte Kulisse für Westernfilme bildete, ist ein Land vielfarbiger Felswände, ‑türme und ‑nasen. Von Wind und Wasser geschliffen entfaltet sich die Szenerie in weißen, rosafarbenen und roten Schichten. Machen Sie es wie andere Fotografen, und versuchen Sie, sie bei Sonnenauf- oder ‑untergang zu fotografieren. Auch Paläontologen kommen an diesen Ort, denn im Sedimentgestein der Felsenwände finden sie zahlreiche Überreste prähistorischer Tiere, wie etwa von dreizehigen Pferden, Säbelzahnkatzen und urzeitlichen Alligatoren.

Der knapp 11.000 Hektar große Park bietet mehrere kurze Wanderwege. Neulinge können auf solchen Pfaden zu Felsformationen im Hagen und im Red Rock Canyon gelangen. Ein anderer Weg führt zwischen über 90 Meter hohen rötlichen Felssäulen hindurch und folgt dahinter einer alten Geländewagenpiste an außerirdisch anmutenden Josua-Palmlilien vorbei zu herrlichen Panoramen der El Paso Mountains. Besuchen Sie den Park nach einem feuchten Winter, um die Explosion der farbenprächtigen Wildblumen im Frühjahr zu erleben!

Die Nächte im Park besitzen einen Zauber ganz anderer Art. Weil es keine größeren Städte in der Nähe gibt (das winzige Nest Cantil ist der nächstgelegene Ort), ist der Nachthimmel frei von Lichtverschmutzung. Auf dem Ricardo Campground mit seinen 50 Zeltplätzen sieht man daher oft, dass astronomisch interessierte Camper ihre Fernrohre aufgestellt haben, und die China Lake Astronomical Society veranstaltet häufig Sternenpartys. An den meisten Samstagabenden halten Parkdozenten Vorträge zu unterschiedlichsten Themen, von Felsmalereien bis zu Wüstenschildkröten – und natürlich zu den Sternen.

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Guided hike by Kodiak Greenwood

Indian Canyons

Indian Canyons
Palmenoasen und Wüstenwasserfälle

Entdecken Sie die natürliche Seite von Palm Springs mit einem Besuch dieser bemerkenswerten Oasen. Als Heimat dichter Bestände Fädiger Washingtonien sind diese Schluchten auch Orte erstaunlicher Lebendigkeit und Vielfalt, mit Tieren wie den Wüstendickhornschafen, dem Gesang von Vögeln und dem leisen Plätschern kleiner Bäche.

Jeder der Indian Canyons („Indianerschluchten“), die allesamt im Gebiet des Agua-Caliente-Stammes der Cahuilla-Indianer im westlichen Teil von Palm Springs liegen, besitzt eigene, unverwechselbare Merkmale. Einer der beliebtesten ist der Tahquitz (ausgesprochen „ta'kiez“) Canyon, wo Sie sich entweder einer Führung anschließen oder auf eigene Faust zum Fuß eines 18 Meter hohen Wasserfalls laufen können (der allerdings in Trockenzeiten auch zu einem schmalen Rinnsal ausdünnen kann). Film‑Fans erkennen in diesem Wasserfall möglicherweise den Eingang nach Shangri-La in Frank Capras Filmklassiker Lost Horizon (In Fesseln von Shangri-La) von 1937 wieder. Ruhen Sie sich hier aus und schauen Sie den Vögeln im gefilterten Licht zu. Sie können von hier aus auch über Wanderwege zu indianischen Felsmalereien gelangen. Im Besucherzentrum gibt es dazu eine Ausstellung und einen informativen Kurzfilm zur indianischen Kultur in dieser Region.

Im Palm Canyon und im Andreas Canyon finden Sie Fußwege, die an bunten Felsgebilden vorbei zu ufernahen Palmoasen führen. Der Andreas Canyon weist über 150 Pflanzenarten innerhalb eines Umkreises von weniger als einem Kilometer auf – versuchen Sie einmal, sie entlang des kurvenreichen, gut drei Kilometer langen Weges in den Murray Canyon zu zählen! Die Schlucht selbst steckt voller Knicke und Windungen, und Sie wissen nie, was Sie hinter der nächsten Ecke erwartet: hohe rote Klippen, stattliche Fächerpalmen und dicke Fasskakteen, die nach dem Frühlingsregen anschwellen. Am Ende des Weges erreichen Sie die Seven Sisters („sieben Schwestern“), einen wunderschönen abgestuften Wasserfall (die Wassermenge variiert, je nach Jahreszeit und Niederschlag).