Kern County Museum
Stephen Saks/Alamy

Die Museen von Bakersfield

California's Central Valley
Die Museen von Bakersfield
Erkunden Sie die Ölgeschichte von Bakersfield, die Country- und Westernmusik, die kalifornische Fauna und die Geschichte der Fossilien

Vielleicht liegt es am heißen Sommer im Central Valley oder vielleicht auch daran, dass die Einwohner hier stolz auf ihre Geschichte sind, aber wer Museen liebt, der findet im Bakersfield Museum eine wahre Schatztruhe an Ausstellungsstücken, die zum Nachdenken anregen und den Horizont erweitern.

Beginnen Sie mit einem Spaziergang durch das Kern County Museum, dessen 56 historische Gebäude auf gut 6 Hektar wunderschön gestalteter Fläche stehen. Ein sehr beliebtes Exponat ist das „Elternhaus“ des Countrysängers Merle Haggard, ein alter Güterwaggon, den seine Eltern im Jahr 1935 für 500 Dollar kauften. Sie finden ihn inmitten einiger älterer Gebäude, wie einem Gemischtwarenladen aus dem Jahr 1860, in dem Reisende für 25 Cent ein Bad bekamen, einem alten Schulhaus mit nur einem Zimmer und einer Arztpraxis aus dem Jahr 1882 – gleich neben einer antiken Lokomotive der Southern Pacific und einem Güterzugbegleitwagen von Santa Fe.

In der Haupthalle des Museums geht die Ausstellung „Bakersfield Sound“ auf Haggard und das harte Country- und Westerngenre ein, für das er und andere als Pioniere antraten – eine Reaktion auf die glattere, mehr auf Hochglanz polierte Musik aus Nashville. Anschließend können Sie die Ausstellung zum „schwarzen Gold“ erkunden, die Ihnen erläutert, wie man der Erde mit Hilfe von Drehbohrern und Tiefpumpen das Öl entreißt (schließlich ist das seit dem Jahr 1895 ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor im Kern County).

Wer von der Geschichte der Menschen zur Naturkunde übergehen möchte, dem sei CALM empfohlen, das California Area Living Museum. Schlendern Sie durch den parkähnlichen, gut 5,5 Hektar großen Zoo und lernen Sie die einheimische Fauna des „Golden State“ kennen. Es erwarten Sie mehr als 200 Tiere, die verletzt worden sind oder in der Wildnis nicht überleben könnten – von Rotluchsen und Berglöwen bis hin zu Dickhornschafen und Baumwollschwanzkaninchen. Im Greifvogelbereich haben Sie die Chance, dem Weißkopfadler oder auch der Waldohreule tief in die Augen zu blicken. Auf dem Weg dorthin können Sie im Kletterwald Condor Challenge oder an der knapp 10 Meter hohen Kletterwand nebenbei noch ein wenig Ihren Oberkörper trainieren.

Unternehmen Sie danach eine geologische Zeitreise – direkt in der Innenstadt, im Buena Vista Museum of Natural History & Science. Das Museum ist ein Ableger des CALM und beherbergt eine gewaltige Sammlung an 14 bis 15 Millionen Jahre alten Fossilien aus dem Miozän. Die Überreste von Seelöwen und Haien, die nordöstlich von Bakersfield am Sharktooth Hill geborgen wurden, sind ein guter Beweis dafür, dass das Central Valley einst am Rande des Pazifischen Ozeans lag.

Eine weitere interessante historische Sehenswürdigkeit ist der Colonel Allensworth State Historic Park, der gut 70 Kilometer nördlich der Stadt liegt. Hier entstand im frühen 20. Jahrhundert eine Siedlung, in der eine Gruppe von Afro-Amerikanern versuchte, eine utopische Gesellschaft zu gründen. Der Ort gewährt einen bemerkenswerten Einblick in ein sehr ungewöhnliches Ereignis der kalifornischen Geschichte. Heute umfasst der Park mehrere rekonstruierte Gebäude dieser Siedlung, darunter eine Schule und eine Kirche.

Bakersfield
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Spotlight: Bakersfield

Die rasant wachsende Stadt Bakersfield, die im südlichen Teil des kalifornischen Central Valley liegt, steckt voller angenehmer Überraschungen. Einst bekannt für Öl und Landwirtschaft, hat sich Bakersfield – oder Bako, wie es von den Einheimischen liebevoll genannt wird – zu einem Zentrum für Kunst und Kultur gemausert, ohne dabei die Reichtümer der Vergangenheit zu verlieren. Nirgendwo im Land gibt es eine größere Dichte an baskischen Restaurants, zu denen auch das 125 Jahre alte Noriega Hotel gehört, und so pflegt man das baskische Erbe der Region mit Gasthausmahlzeiten, bei denen Ochsenschwanzsuppe und unzählige Beilagen gereicht werden (im späten 19. Jahrhundert haben Einwanderer aus den spanischen und französischen Pyrenäen hier Schafe gehütet und Obsthaine gepflanzt).

Aber sehen wir uns die kultivierteren Attraktionen von Bakersfield an. Dazu gehört beispielsweise das vor Galerien strotzende Kunstviertel, in dem sich das 1930 erbaute Fox Theater befindet, dessen Bandbreite von Popmusik bis hin zum Film Noir reicht, aber auch der Buck Owens' Crystal Palace, in dem man dem „Bakersfield Sound“ lauschen kann, einer rauen Stilrichtung der Country-Musik. Wenn Sie mehr über hart arbeitende, genügsame Musikpioniere wie Owens und Merle Haggard erfahren möchten, dann besuchen Sie das Kern County Museum, eine Ansammlung von 56 historischen Gebäuden, die auf grünen Wiesen stehen. Auch in Bezug auf die kalifornische Ölindustrie werden Sie hier etwas lernen: Die Ölpumpen des Kern County fördern 70 Prozent des kalifornischen „schwarzen Goldes“. Anschließend können Sie in der Antique Row von Bakersfield nach Vintage-Funden stöbern und das mondäne Padre Hotel besuchen, um in der im Dachgeschoss untergebrachten Lounge einen Cocktail zu genießen.

Rund um Bakersfield gibt es auch für Naturfreunde viel zu entdecken. Im Frühling versinken die Wiesen und die nahen Tehachapi Mountains in einem Meer aus Wildblumen. Bewundern Sie diesen wunderschönen Anblick am Besten im März und April in dem gut 376 Quadratkilometer großen Wind Wolves Preserve, dem größten gemeinnützigen Naturschutzgebiet der Westküste. Seine weiten Wiesenflächen sind das ganze Jahr über ein Paradies für Wildtiere und ein herrlicher Ort, um die Wanderstiefel zu schnüren oder in die Pedale Ihres Mountainbikes zu treten.

Das Kunstviertel von Bakersfield
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Das Kunstviertel von Bakersfield

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Das Kunstviertel von Bakersfield
Erkunden Sie Kunstgalerien, Live-Musik und die Grande Dame: das Fox Theater

Das dreistöckige Fox Theater mit seinem unverkennbaren Art-Déco-Turm gilt als Bakersfields glanzvollstes Wahrzeichen, seit sein Terrazzo vor dem Eröffnungstag im Jahr 1930 zum ersten Mal poliert wurde. Heute ist es das Herzstück des vor Galerien und Theatern strotzenden Kunstviertels im Zentrum von Bakersfield, das sich rund um die 19th Street und die H Streets erstreckt.

Dank der Renovierungsarbeiten, die in den 1990ern vorgenommen wurden, erstrahlt das Innere des Fox mit vergoldeten Decken und blattgoldverzierten Wänden, die es durchaus fertig bringen, Ihre Aufmerksamkeit von der Bühne abzulenken, auf der namhafte Live-Bands auftreten. Wenn Sie am Freitagabend hierher kommen, können Sie ausländische Filme oder Kultstreifen wie die Rocky Horror Picture Show bewundern, die auf der gut 24 Meter breiten Kinoleinwand gezeigt werden.

Ganz egal, ob bei Tag oder am Abend – erkunden Sie die Galerien in den Nachbarblocks des Fox. Beginnen Sie bei Metro Galleries in der 19th Street, wo abstrakte und zeitgenössische, realistische Werke von mehr als zwei Dutzend kalifornischer Maler, Bildhauer und Mixed-Media-Künstler zum Nachdenken anregen. In der Art Center Gallery in der Eye Street können Sie die Kreationen einheimischer Künstler bewundern oder in den wöchentlichen Kursen für Kinder und Erwachsene ihre eigenen schaffen. Oder wie wäre es mit einem Abstecher in die „unterirdische“ Bellmoore Gallery in der Chester Avenue, die sich in das Kellergeschoss eines 100 Jahre alten Gebäudes drängt, das einmal eine Bäckerei war? An weißen Ziegelwänden werden die Arbeiten aufstrebender Künstler präsentiert, und auch Musiker, Performance-Künstler und Modeschauen geben sich hier ein Stelldichein. 

Die neuesten Werke der einheimischen Theaterautoren gibt es im budgetfreundlichen Spotlight Theatre in der 19th Street, wo Sie in den Genuss einer brandneuen Slapstick-Komödie oder eines tränenreichen Dramas kommen können. Wenn Sie Lust auf einen ganz besonderen Abend haben, besuchen Sie mehr als 4000 Kilometer vom Broadway entfernt das Stars Bakersfield Music Theatre in der Chester Avenue, in dem Sie wunderbare Rippchen essen und dabei ein klassisches Musical wie Funny Girl oder Guys and Dolls genießen können.

Theatervorstellungen ohne jedes Brimborium (tragen Sie Freizeitkleidung und vergessen Sie die Abendgarderobe) gibt es im Gaslight Melodrama, das in einer großen roten Scheune in den Außenbezirken der Stadt untergebracht ist (es ist eines von nur vier Theatern in ganz Kalifornien, die sich auf das Melodram spezialisiert haben). Das Gaslight zieht ein fröhliches Publikum an, das angewiesen wird, nicht still zu sein: Genießen Sie ein Bier und ein Sandwich mit Pulled Pork, während Sie den Bösewicht ausbuhen, dem Helden zujubeln und sich bei Liebesszenen mit glänzenden Augen und aus tiefster Seele dem Aaaaah hingeben. 

Baskische Esskultur in Bakersfield
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Baskische Esskultur in Bakersfield

California's Central Valley
Baskische Esskultur in Bakersfield
Erleben Sie in Bakersfield eine einzigartige, europäische Küche – und erfahren Sie, was Sie dort erwartet

Das 1893 erbaute Noriega Hotel ist das älteste und berühmteste aller baskischen Lokale im Central Valley, aber es verfügt im Viertel Old Town Kern von Bakersfield über eine nicht geringe Menge freundschaftlicher Rivalen – die Gegend ist auch als „baskischer Block“ bekannt. Hier finden Sie die größte Konzentration an baskischen Restaurants in den gesamten Vereinigten Staaten. Jedes Lokal hat seine ganz besonderen Eigenheiten, aber eines habe alle gemeinsam: Hier werden baskische Speisen in herzhaften, außerordentlichen Mengen aufgetischt.

Wohin Sie auch gehen, Sie bekommen immer ein ähnliches Menü vorgesetzt – Sauerteigbrot, Kohlsuppe, Bohnen, Salsa, gekochtes Gemüse, gepökelte Zunge und Spaghetti. All das muss vor dem Hauptgang gegessen werden, der beispielsweise aus gebratener Lammkeule, Rindfleisch- oder Ochsenschwanzsuppe oder Brathähnchen besteht. Selbst für die besten Esser ist das eine gewaltige Aufgabe, aber die baskischen Gerichte des Central Valley werden schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf diese Weise auf den Tisch gebracht. Damals kamen viele Basken aus ihrem zwischen Spanien und Frankreich gelegenen Vaterland, um während des kalifornischen Goldrauschs ihr Glück zu suchen.

Sollten Sie keinen Hunger haben, setzen Sie sich einfach an die Bar und bestellen Sie Picon Punch – den klassischen, baskischen Longdrink aus Brandy und Grenadine, der üblicherweise mit einem bitteren Orangenlikör oder Marschinokirschsaft gemischt und mit Zitronenschale garniert wird. Auf eine ganz wundersame Weise überbrückt dieser Cocktail die feine Grenze zwischen süß und sauer.

Beginnen können Sie Ihre Erkundungsreise durch die baskische Esskultur im Wool Growers Restaurant auf der 19th Street, das dank des von einem Schaf gezierten Neonschilds leicht zu erkennen ist. Das schnörkellose Lokal aus den 1950er Jahren ist eines der beliebtesten in Bakersfield und bietet Spezialitäten wie Ochsenschwanzsuppe und perfekte, knusprige Pommes Frites. Sein hell erleuchteter Speiseraum mit den langen, an Bierzeltgarnituren erinnernden Tischen ist laut und freundlich – ein scharfer Kontrast zu der Film-Noir-Stimmung im Pyrenees Café in der Sumner Street, zwei Blocks entfernt. Die aus dunklem Holz gestaltete Bar, die Tischnischen aus Vinyl, die pulsierende Jukebox und das Budweiser-Neonschild des Pyrenees wirken gleichermaßen verführerisch auf Motorradclubs, Indie-Bands und alte Basken. Hier sind die Wände des Speiseraums mit Schwarz/Weiß-Fotos von baskischen Pionieren dekoriert. Die Frühstückskarte des Pyrenees bietet angenehme Überraschungen: Setzen Sie sich an einen der Außentische im Hof und bestellen Sie mit Speck gefüllte Pfannkuchen. 

Direkt am Freeway 99 und umgeben von anmutigen Königspalmen erwartet Sie das Chalet Basque Restaurant mit kleinen Tischen und Tischnischen anstelle der sonst typischen Familien-Bierzelttische. Alles andere ist traditionell baskisch, aber die Tischanordnung ist vielleicht etwas passender für einen romantischen Abend zu zweit. Zusätzlich zur altbekannten baskischen Menüfolge bekommt man im Chalet in Knoblauch angemachte Schnecken, die es nirgendwo sonst gibt. Ganz am anderen Ende der Stadt versuchen die Gäste von Benji’s French-Basque Restaurant die Kalorienzufuhr beim Hauptgericht so weit einzuschränken, dass Platz für ein Dessert bleibt. Das Benji‘s ist eher französisch als spanisch (Froschschenkel sind hier sehr beliebt), aber das zum Nachtisch gereichte Soufflé ist wirklich ein Hauptgewinn – Schokolade, Zitrone, Grand Marnier oder Himbeere. Bestellen Sie es bereits zusammen mit Ihrer Vorspeise, damit die Kellner den Zeitpunkt des Servierens genau abstimmen können. Denn aufgrund seiner zerbrechlichen Struktur muss Ihr Soufflé in exakt dem Moment serviert werden, in dem es den Ofen verlässt. 

Wind Wolves Preserve
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Wind Wolves Preserve

California's Central Valley
Wind Wolves Preserve
Wanderungen und Wildtierbeobachtungen im größten gemeinnützigen Naturschutzgebiet der Westküste

Da Bakersfield weder alpine Seen noch Redwood-Wälder vorzuweisen hat, würden Sie vielleicht vermuten, dass es kein Ort ist, an dem man wandern oder die Natur studieren kann – bis Sie den Parkplatz des Naturschutzgebiets Wind Wolves Preserve erreichen. Hier, im größten gemeinnützigen Naturschutzgebiet der Westküste, können Sie kilometerweit wandern (oder mit Ihrem Mountainbike fahren) und dabei sanft wehende, goldene Wiesen, grasende Tule-Wapitis und farbenprächtige Teppiche aus Wildblumen bewundern.

Das Naturschutzgebiet, das über das gemeinnützige Wildlands Conservancy ausschließlich durch private Spenden finanziert wird, umfasst eine Fläche von gut 376 Quadratkilometern, die sich ganz in der Nähe des Highway 166, südlich von Bakersfield befinden, jenseits der Obsthaine und Ölfelder, die einst als Weiden für die Viehherden genutzt wurden. Man findet hier eine schier unglaubliche Menge an Gewässern – Bäche, Marschgebiete, Sümpfe und sogar einen 4,5 Meter hohen, über Kalkstein fließenden Wasserfall – aber auch Waldflächen mit Pyramidenpappeln und anderen breitblättrigen Bäumen. Durch diese Idylle streifen Kitfüchse, Rotluchse, Coyoten, Rotwild und hin und wieder auch einmal Schwarzbären, aber Wölfe werden Sie in Wind Wolves nicht antreffen. Der Name geht auf die hohen Gräser zurück, die hier im Wind wehen und so den Eindruck erwecken, als würden Tiere über die Prärie ziehen.

Der Frühling ist eindeutig die dramatischste Zeit für einen Besuch. Zu dieser Jahreszeit explodieren die Hänge von Wind Wolves in einem atemberaubenden Farbspiel aus bunten Wyethia mollis, Mohn, Lupinen, Lasthenia und Grasschwertel. Wenn Sie diese Pracht ganz auskosten wollen, empfiehlt sich ein Spaziergang auf dem kurzen Wildflower Loop Trail (Wildblumen-Rundweg), der in der Nähe des Eingangs beginnt. Völlig unabhängig von der Jahreszeit kann man seine Wanderung auch am Picknickbereich The Crossing beginnen und dem ungefähr 1,5 Kilometer langen Tule Elk Trail folgen, um einen Blick auf die Herde des Naturschutzgebietes zu erhaschen, die mehr als 200 Tiere umfasst. Ambitioniertere Wanderer haben die Möglichkeit, ihren Weg um knapp fünf weitere Kilometer zu verlängern und sich den Reflection Pond Trail vorzunehmen, an dem ein früher zum Tränken des Viehs genutzter Teich liegt. Heute dient dieser Teich als Wasserloch für die Wildtiere. Mehrere höher gelegene Punkte bieten Ihnen einen schönen Blick auf die unendliche Weite des Graslands – grün im Frühling und golden für den Rest des Jahres. Wenn Sie anschließend über den San Emigdio Canyon Trail zurückkehren, haben Sie einen herrlichen Rundweg von gut 11 Kilometern Länge hinter sich. Achten Sie bei Ihren Wanderungen auf den gefährdeten San Joaquin-Fuchs, ein niedliches, etwa katzengroßes Tier mit langen Ohren und einer spitzen Nase.

Geübte Wanderer, die tiefer in die Wildnis von Wind Wolves eintauchen möchten, haben immer am Wochenende die Möglichkeit, den Shuttlebus zum Startpunkt des El Camino Viejo nehmen. Er befindet sich acht Kilometer südlich des Hauptparkplatzes. Von hier aus können Sie kilometerweit die historische Planwagenroute entlang wandern, die die früheren Reisenden auf ihrem Weg von El Pueblo de Los Angeles nach San Francisco benutzt haben.

Auch Mountainbiker sind willkommen. Die beliebteste Fahrradroute des Naturschutzgebietes ist der El Camino Viejo Trail, der parallel zum San Emigdio Creek verläuft. Sollten Sie hier auch die Nacht verbringen wollen, stehen Ihnen nach vorheriger Reservierung auf dem im Naturschutzgebiet gelegenen San Emigdio Campground Zeltplätze zur Verfügung.

Shopping in Bakersfield
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Einkaufen in Bakersfield

California's Central Valley
Einkaufen in Bakersfield
Die einzigartigen Western-, Vintage- und Süßwarengeschäfte der Stadt wissen mit außergewöhnlichen Schätzen zu verführen

Echte Cowboys in und um Bakersfield gehen nicht ins Einkaufszentrum – sie binden ihre Pferde neben dem großen, roten Stiefel vor dem Emporium Western Store an und füllen ihre Satteltaschen mit robusten Jeans und glänzenden, silbernen Gürtelschnallen. Der Emporium Store besteht seit mehr als einem Jahrhundert und hat Unmengen an Westernkleidung im Angebot – und über 2.500 Stiefel. Da kann man davon ausgehen, dass sich die Angestellten in Bezug auf spitze oder breit geformte Schuhe auskennen. Sie haben es auf einen Cowboyhut abgesehen? Suchen Sie sich von den mehr als 2.000 Exemplaren einen aus und bitten Sie den Filialleiter, ihn zu behandeln, bis sich die Krempe genau so biegt, wie Sie sie haben wollen.

Aber vielleicht sind die ganzen harten Westernkerle ja auch gar nicht Ihr Ding. Wenn Sie eher nach ein wenig Retro-Glamour Ausschau halten – wie beispielsweise einem Tellerrock aus den 1950er Jahren oder einem Federkopfschmuck aus den 1920ern – dann sei Ihnen die Antique Row von Bakersfield empfohlen (19th Street, zwischen der H- und der R-Street). Hier finden Sie auf Antiquitäten ausgerichtete „Einkaufspassagen“ oder von mehreren Anbietern bestückte Geschäfte, die Dutzende von Händlern und Konsignationslagern beherbergen. Drei der größten sind die Mill Creek Antique Mall, Great American Antiques und die Central Park Antique Mall, in denen Sie mehr als 5.500 Quadratmeter voll nostalgischer Fundstücke erwarten. Wenn Sie möchten, können Sie auch gleich neben dem Padre Hotel in der 18th Street bei In Your Wildest Dreams nach Designerkleidung und Vintage-Kostümen aus zweiter Hand stöbern. Ein wahrer Fundus an Mobiliar, Kunstgegenständen und Heimaccessoires aus Nachlassverkäufen bietet die Antiquitätengalerie Timeless Furnishings in der Chester Avenue.

Und wer nicht nur shoppen, sondern auch speisen möchte, als hätte er eine Zeitreise unternommen, sollte die Five & Dime Antique Mall im alten Woolworth-Gebäude in der 19th Street ansteuern. Hier erwarten Sie drei Stockwerke voller Antiquitäten, und nach dem ausgiebigen Stöbern gibt es ein Grilled-Cheese-Sandwich am alten Tresen von Woolworth, der Sie direkt in die 1950er Jahre zurückversetzen wird. Das berühmte Kaufhaus Woolworth ist im Jahre 1994 geschlossen worden, aber die neuen Besitzer haben das Art Déco-Gebäude in dieser Form aufgegriffen und mit neuem Leben erfüllt. Auf einem Boden mit schwarz-weißen, im Schachbrettmuster verlegten Fliesen und inmitten von stählernen Barhockern mit roten Vinylsitzflächen und Treppen im Stil der Stromlinien-Moderne stehen hier Kellner mit schwarzen Fliegen und notieren die Bestellungen der Gäste, die Pommes Frites mit Chili und Käse zu speisen wünschen.

Zum absoluten Pflichtprogramm eines jeden Ausflugs nach Bakersfield gehört definitiv auch ein Besuch von Dewar’s Candy Shop – dem Original in der Eye Street (halten Sie nach der Neonreklame mit der pinken Eiswaffel Ausschau). Dieser charmante Eissalon kann rechtmäßig von sich behaupten, dass sein gefrorenes Zuckerwerk bereits im Disneyland Resort serviert wurde – und es wird immer noch nach demselben, auf kleine Maßstäbe ausgelegten Rezept hergestellt, wie es auch vor fast einem Jahrhundert schon der Fall war. Leider lässt sich Eiscreme nur schlecht mit auf Reisen nehmen ... Also genießen Sie Ihre Portion direkt vor Ort und ergänzen Sie Ihren Kofferinhalt um eine leuchtend rote Schachtel, in der sich mit Erdnussbutter gefüllte Kaubonbons von Dewar‘s befinden. Diese weichen, zart schmelzenden Köstlichkeiten sind ein perfektes Mitbringsel – wenn sie es denn bis zu Ihnen nach Hause schaffen. 

Das Padre Hotel
Mit freundlicher Genehmigung des Padre Hotel

Padre Hotel

California's Central Valley
Padre Hotel
Das aufpolierte Boutique-Hotel von Bakersfield bietet edles Dekor im Cowboystil und vielleicht sogar ein Gespenst

Das charakteristischste Gebäude von Bakersfield, das im spanischen Kolonialstil gestaltete Padre Hotel, wacht über die Ecke von 18th und H Street und beherbergt in seinen Mauern die einzige mit vier Diamanten ausgezeichnete Unterkunft des Ortes. Mit seinen schönen Zimmern und edel gestalteten öffentlichen Bereichen erweist das 1928 erbaute Hotel der Vergangenheit von Bakersfield alle Ehre – das beginnt schon mit dem gut 4,5 Meter hohen Wandgemälde eines hübsch frisierten Cowgirls, das über seine Schulter blickt. Nach kreativem Dekor muss man hier nirgendwo lange suchen: Aus der Außenfassade des Gebäudes ragen Wasserspeier hervor. Ein leuchtendes Neonschild krönt das Dach. Farbenfrohe Bauernhoftiere bevölkern die Decke des Frühstücksraums. Die Tapeten sind mit Cowboyhüten, landwirtschaftlichem Gerät und Ölbohrtürmen verziert.

Gehen Sie einfach einmal hinein und bewundern Sie die Pracht – ob mit oder ohne Zimmerreservierung. Denn das Padre bietet eine Handvoll öffentlicher Lokale wie das Steak-und-Hummer-Restaurant Belvedere Room, das Farmacy Cafe für ein schnelles Frühstück oder die Dachterrassen-Lounge Prairie Fire, die mit Feuerstellen für kalte Winterabende und kühlenden Nebelanlagen für heiße Sommernächte ausgestattet ist. Ein weiteres gutes Lokal ist das kneipenartige Brimstone Bar and Grill mit seinen dunklen Teakpaneelen, der Decke aus geprägtem Weißblech und den Billardtischen – stellen Sie sich jetzt nur noch die Samtschaukel vor, die einst von den Deckenbalken hing und in der sich eine Schönheit im Badeoutfit räkelte.

Alle 112 Zimmer sind angemessen mondän eingerichtet – dank einer 18 Millionen US-Dollar teuren Renovierung, die dem Hotel im Jahr 2010 seinen gebührenden Glanz zurückgab – und mit edlem Mobiliar, eleganten, gläsernen Duschen und Betten ausgestattet, deren Kopfteile mit Leder bezogen und deren Matratzen mit Memory Foam gefüllt sind. Wenn Sie mehr als eine Nacht bleiben, gönnen Sie sich eine der vornehmen Suiten des Padre. Sie verfügen allesamt über ein separates Wohnzimmer, eine Reihe monumentaler Flachbildfernseher und einen Whirlpool mit Wasserfall.

Wem all das noch nicht reizvoll genug erscheint, dem sei gesagt: Das Padre Hotel kann auch mit spannenden Geschichten aufwarten. Geisterjäger schwören, dass es in dem Gebäude spukt, insbesondere im siebten Stock, wo die Mitarbeiter regelmäßig davon berichten, dass sie Kinderlachen hören, obwohl niemand anwesend ist. Manche schreiben den Spuk dem Vorbesitzer des Padre zu, dem aufbrausenden Milton „Spartacus“ Miller, der das Hotel 1954 kaufte. Als ihm die Bauinspektoren der Stadt sagten, dass er das Hotel den Brandschutzbestimmungen entsprechend ausstatten müsse, regte sich Miller so sehr auf, dass er an der Außenfassade des Padre Protestschilder aufhängte und auf dem Dach das Imitat einer Rakete platzierte, die auf das Rathaus ausgerichtet war (die Rakete kann man jetzt im Kern County Museum von Bakersfield bewundern). 

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Ian Dagnall/Alamy

Das Noriega Hotel in Bakersfield

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Das Noriega Hotel in Bakersfield
Dieses klassische, baskische Restaurant gehört in Bakersfield schlichtweg zum Pflichtprogramm

Als die Spanier im 19. Jahrhundert Gold suchend und Schafe hütend nach Bakersfield kamen, hatten sie auch einen ungeheuren Appetit auf gebratenes Lamm, Ochsenschwanzsuppe und Baguette im Gepäck. Während die Schafhirten inzwischen (im Großen und Ganzen) wieder verschwunden sind, ist die Tradition der baskischen Küche in Bakersfield geblieben. Und nur wenige Etablissements halten sich so genau an die Vorgaben wie das Noriega Hotel, ein früheres Gasthaus, das 1893 von baskischen Auswanderern gegründet wurde und sich bis heute in der Nähe der Gleise behauptet.

Wer das im örtlichen Jargon als „Noriega‘s“ bekannte Restaurant besucht, wird erst einmal an der Bar aktiv, wo man der Musik lauscht, sich unterhält und Picon Punch nippt (einen baskischen Cocktail). Dann wird es langsam Zeit, sich an die langen Gemeinschaftstische zu setzen, während die Mahlzeit mit gewöhnlichen Speisen – Salat und Brötchen – und ungewöhnlicheren Leckereien – Hüttenkäse mit Mayonnaise und gepökelter Zunge – beginnt. Danach folgen baskische Klassiker wie Paella, Lammeintopf, Bacalao (ein aus dem Baskenland stammendes Gericht mit gesalzenem Kabeljau) und Brathähnchen mit frisch gehacktem Knoblauch. Französisches Brot und Blauschimmelkäse füllen die Lücken, die dazwischen noch bleiben. Bei den Mahlzeiten darf gegessen werden, so viel man schafft, und dazu gibt es roten Tafelwein in Hülle und Fülle – wahlweise wird auch Kaffee, Tee oder Milch gereicht, wenn man keinen Alkohol mag. 

Im Jahr 2011 erregte das Noriega’s die Aufmerksamkeit der James Beard Foundation, die die Institution – die seit 1931 von ein und derselben Familie betrieben wird – einen amerikanischen Klassiker nannte. „Das hat uns ziemlich überrascht“, sagt Linda Elizalde-McCoy, die das Noriega’s zusammen mit ihrer Schwester Rochelle Ladd besitzt. „Ihnen ist aufgefallen: Ja, das ist wirklich mal was anderes.“ Auch die New York Times, die Los Angeles Times und L.A. Weekly haben bereits das Restaurant gewürdigt, in dessen Speisesaal, der auf 120 Gäste ausgelegt ist, immer Leben herrscht. (Frau McCoy merkt hierzu an, dass im Sommer mehr Touristen kommen, während die Einheimischen das ganze Jahr über die gute Stube bevölkern.) Auch wenn Noriega’s aus Zeiten stammt, in denen von glutenfreier Ernährung noch keine Rede war, kommt man hier den meisten besonderen Ernährungswünschen entgegen, so gut man kann: Vegetariern, die Eier essen, werden Omelettes geboten, und für alle, die kein Mehl vertragen, wird Hühnchen gebacken statt frittiert.

Ein Mittagessen kostet 17 Dollar pro Person, ein Abendessen 22 Dollar. Bei Kindern wird pro Lebensjahr ein Dollar berechnet, bis hin zu 8 Dollar für ein Mittagessen und 12 Dollar für ein Abendessen. Es wird empfohlen, im Voraus einen Tisch zu reservieren.

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Mit freundlicher Genehmigung der Buck Owens Private Foundation

Buck Owens’ Crystal Palace

Buck Owens’ Crystal Palace
Erleben Sie den Bakersfield Sound und das Honky Tonk-Erbe der Stadt

Wer Musik liebt, wird in Bakersfield mehr als nur ein landwirtschaftliches Zentrum finden. Denn die Stadt – und insbesondere Buck Owens’ Crystal Palace – ist die Keimzelle eines ganzen Musikgenres. Alles begann im Jahre 1930, als die Zeit der schweren Staubstürme die Landwirte aus Oklahoma, Texas, Colorado und anderen Staaten nach Kalifornien trieb, denn diese brachten ihren eigenen, auf dem Country basierenden Musikgeschmack mit. In und um Bakersfield entstanden unzählige Honky Tonk-Bars, und in den späten 1950ern und 60ern machten ein paar einheimische Musiker – vor allem der aus Texas stammende Buck Owens und Merle Haggard, dessen Eltern aus Oklahoma kamen – einen rockigeren, weniger glatt produzierten Country-Stil populär, der allgemein unter dem Namen Bakersfield Sound berühmt wurde.

Buck Owens hat diesen Sound, der vom Creedence Clearwater Revival bis hin zu Dwight Yoakam Generationen von Country- und Rockmusikern beeinflusste, nicht nur geformt, sondern auch ein lebendiges Monument geschaffen, um ihn zu bewahren. 1996 eröffnete er Buck Owens‘ Crystal Palace, eine mit 550 Sitzplätzen ausgestattete Musikhalle mit Bar, Restaurant und Museum. Der ganz in der Nähe des U.S. Highway 99 im Herzen von Bakersfield gelegene Palast entführt seine Besucher in eine an eine Filmkulisse erinnernde Version des wilden Westens (denken Sie an typische Geschäftsfronten mit schwingenden Saloontüren, einem Sheriffbüro und sogar einem Gefängnis) und bietet ihnen ein volles Programm mit unverfälschter Countrymusik.

Einige der größten Namen der Countryszene, von Willie Nelson bis hin zu Brad Paisley, haben hier spontane Konzerte gegeben, und jeden Abend finden sich Gäste ein, die auf traditionelle Weise das Tanzbein schwingen, gute Hausmacherkost wie gebratenes Hühnerfilet und auf Mesquite-Holz gegrilltes Rib-Eye-Steak essen und die gewaltige Sammlung musikalischer Erinnerungsstücke bewundern. (Die größte Sehenswürdigkeit hängt über der Bar: Owens‘Pontiac-Cabrio aus dem Jahr 1972 mit den Stierhörnern auf der Motorhaube.) Außerdem können Sie diejenigen erleben, die Owens musikalisch am meisten beeinflusst haben – wie Elvis, Johnny Cash und Hank Williams – denn sie sind hier in Form von lebensgroßen Bronzestatuen vertreten. 

Hear the Bakersfield Sound, Live
Hören Sie live den Bakersfield Sound
Country-Star Buck Owens hatte mit „The Streets of Bakersfield“ einen seiner größten Hits und eröffnete diesen Musik-Veranstaltungsort in der gleichnamigen Stadt, um den Musikstil, der eine Mischung aus Rock und Country ist und als Bakersfield Sound bekannt wurde, zu feiern.