Südkalifornien nonplusultra VCW_TI_11_Hero_lauridsen_140702_2564-sized
Dave Lauridsen

Trip 8-10 Tage 10 stops

Südkalifornien nonplusultra

Ja, es stimmt schon: „für jeden etwas“ klingt nach einem abgegriffenen Klischee, aber diese Autoreise ist wirklich eine solche Fahrt. Besuchen Sie kultige Ausflugsziele für die ganze Familie wie das Disneyland Resort, SeaWorld San Diego, Legoland California, den San Diego Zoo und Attraktionen in Los Angeles wie die Universal Studios Hollywood. Gönnen Sie sich Vergnügungen für Erwachsen unter den Großstadtlichtern von L.A., Hollywood und Palm Springs. Und würzen Sie das Ganze mit Naturwundern in Berg- und Wüstenparks sowie dem unvergesslichen Mammoth Lakes.

Südkalifornien nonplusultra LA-GriffithObs-1280x624_0
Griffith Observatory

Los Angeles

1
Los Angeles
Dachrestaurants und A-Prominente

Ihre Reise beginnt in der größten Stadt Kaliforniens. L.A. bietet zwar Action und Unterhaltung nonstop, aber es kann schwierig werden, sich unter all diesen Angeboten zurechtzufinden – gute Planung ist daher sicherlich von Vorteil. Beginnen Sie in der Küstenstadt Santa Monica mit ihrem breiten und keineswegs überfüllten Strand, einem Pier mit Jahrmarktattraktionen und Restaurants als Wahrzeichen sowie ausgezeichneten Shopping-Möglichkeiten auf der Third Street Promenade und im schicken Einkaufszentrum Santa Monica Place (auch eine gute Wahl zum Essen auf einer Dachterrasse mit Blick auf das Meer und die Stadt). Folgen Sie dem Santa Monica Boulevard in nordöstlicher Richtung, um das legendäre Beverly Hills zu besuchen, wo Limousinen mit getönten Scheiben bei Chanel und anderen Edelboutiquen am Rodeo Drive vorfahren. Weiter geht es von hier nach Hollywood zu einem Bummel über den Hollywood Walk of Fame und einen Abstecher zum TCL Chinese Theatre.

Fahren Sie von dort nach Osten, um die „hippe“ und historische Innenstadt von Los Angeles (kurz DTLA genannt) kennenzulernen. Ein Zustrom von Neubürgern hat frischen Schwung in diese Gegend gebracht, und die Wiedergeburt der Innenstadt erhielt weiteren Auftrieb durch Sehenswürdigkeiten wie Grand Park, eine städtische Oase mit Aussichten, die vom Music Center (mit der Walt Disney Concert Hall) bis zur City Hall (dem Rathaus) reichen. Historische Bauten wurden neu gestaltet, darunter das United-Artists-Gebäude am Broadway aus dem Jahre 1927, wo jetzt das Ace Hotel Downtown Los Angeles stilvolle Unterkünfte und ein Restaurant bietet. Die Massen strömen zur Sport- und Unterhaltungs-Kombination aus Staples Center und LA LIVE, wo man im Grammy Museum auch Erinnerungsstücke aus der Musikgeschichte (Notenblätter von Elvis, den Handschuh von Michael) bestaunen und im Nokia Theatre Konzerte besuchen kann. Schließen Sie Ihr L.A.-Erlebnis mit einem Besuch in den Universal Studios Hollywood, wo Sie Attraktionen rund ums Kino und Besichtigungen des Studiogeländes erwarten.

Fahren Sie von Los Angeles Richtung Südosten, um einen zauberhaften Ort zu besuchen, der ohne jeden Zweifel zu den beliebtesten Reisezielen in Kalifornien gehört: Disneyland.

Weitere Ideen
Nächster Halt
Disneyland (42 km; 32 Min.)
Südkalifornien nonplusultra VCW_D_Disneyland_Hero_Disneyland_4_08_DL_09847_1280x642
Partners Statue by Disneyland

Disneyland Resort

2
Disneyland Resort
Schon allein der Name lässt Kinderherzen höher schlagen

Der unumstrittene Urahn aller Vergnügungs- und Freizeitparks setzt seit 1955 Maßstäbe in der Branche, indem er die Besucher einlädt, einen Tag (oder mehr) in einem unübertrefflichen Land der Phantasie zu verbringen. Diese vielgeliebte Attraktion in Anaheim bietet traditionsreiche Fahrgeschäfte wie die Matterhorn Bobsleds neben brandneuen Attraktionen wie den Lasern und Fontänen der abendlichen Show World of Color oder mystischen Spielereien mit der guten alten Maus in Mickey and the Magical Map. Das Resort, das aus dem ursprünglichen Disneyland Park und dem angrenzenden Disney California Adventure Park besteht, ist thematisch in „Länder“ mit dazu passenden Fahrgeschäften, Shows und Attraktionen aufgeteilt.

Halten Sie Ihre Gratisübersichtskarte immer griffbereit, damit Sie sich nicht verirren (was bei den vielen verschiedenen „Ländern“ durchaus möglich ist)! Wenn Sie erst einmal im Park sind, können Sie Ihre persönlichen Wartezeiten kurz halten, indem Sie das FastPass-System nutzen (Sie buchen mit Ihrer Eintrittskarte einfach eine bestimmte Einlasszeit vorab und müssen sich dann nicht anstellen). Zusätzlich können Sie die App “Disneyland Wait Time” gratis herunterladen, die Ihnen jederzeit verrät, wo die Schlange gerade am kürzesten ist.

Von Blicken in die Zukunft im Tomorrowland bis zur rustikalen Welt des Frontierland wechselt die Szenerie im Magic Kingdom sehr rasch. Unternehmen Sie eine Kreuzfahrt mit Seeräubern (und halten Sie Ausschau nach Johnny Depp in der Rolle des teuflischen Kapitäns Jack Sparrow) im lärmenden Klassiker unter den Fahrgeschäften, “Pirates of the Caribbean”! Treten Sie dann hinaus auf die Straße und atmen Sie den Duft frischer Beignets am New Orleans Square! In wenigen Schritten sind Sie im Fantasyland, wo die Dreikäsehochs beim Karussellklassiker “Dumbo” auf einem fliegenden Elefanten reiten können und kleine Prinzessinnen mit großen Augen darauf warten, Elsa, Ariel(le), Belle und andere Disney-Heldinnen kennenzulernen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Brut im Falle eines imperialen Angriffs mit dem Lichtschwert umgehen kann, indem Sie sie in der Jedi Training Academy anmelden! Tauchen Sie tief ins Meer ein, und erleben Sie Dory und ihre Freunde in der “Finding Nemo Submarine Voyage”, oder knallen Sie Ihre Gegner bei den von Toy Story inspirierten “Buzz Lightyear Astro Blasters” mit Laserpistolen ab! Noch mehr Weltraumabenteuer erwarten Sie dann auf der Achterbahn “Space Mountain”.

Nach so viel Action ist es angenehm, sich in das kühle und coole Hauptgebäude von Tomorrowland, Innoventions, zu begeben, das mit Gadgets, Gizmos und Games (Spielen, Spielereien und technischem Schnickschnack) gefüllt ist. Spazieren Sie durch ein Haus von morgen und individualisieren Sie darin Kunst, Musik und Beleuchtung – und schauen Sie sich eine ganze Kollektion von Tony Starks Hi-Tech-Anzügen in der interaktiven Ausstellung Iron Man an (und schlüpfen Sie virtuell persönlich in einen davon)!

Folgen Sie von Disneyland aus der Küste südwärts ins sonnige San Diego

Nächster Halt
San Diego (154 km; 1 Std. 34 Min.)
Südkalifornien nonplusultra BalboaPark_night_1280x642
Balboa Park

San Diego

3
San Diego
California Dreaming, endlose Küste und Sonnenschein

In dieser Küstenstadt dreht sich alles um Freizeit und Vergnügen unter freiem Himmel, und bei derart schönem Wetter kann man das auch gut verstehen. Alles und jeder scheint das Beste aus der in dieser Region beinahe ununterbrochen (außer nachts natürlich) scheinenden Sonne machen zu wollen, vor allem am Rande der San Diego Bay, wo es in einem Seefahrtsmuseum sogar einen stillgelegten Flugzeugträger zu bestaunen gibt.

Kaufen Sie im Herzen der Stadt in der Horton Plaza ein oder schauen Sie sich ein Baseballspiel im Petco Park an. Schauen Sie Riesenpandas im San Diego Zoo zu. Erkunden Sie anschließend eines der vielen abwechslungsreichen Stadtviertel, wie Little Italy, North Park, South Park oder East Village. Fußgängerfreundliche Enklaven bilden der Schwerpunkt der aufblühenden kulinarischen Bewegung, der fortschrittlichen Kunstszene und des “Craft”-Bier-Booms. Beginnen Sie Ihre Kostproben in North Park, dem Viertel, das sich im Nordosten an den Balboa Park anschließt. Entlang der 30. Straße und der University Avenue können Sie Speisen frisch vom Bauernhof und Boutique-Weine bei Urban Solace genießen oder Imbisse in Carnitas’ Snack Shop, der bei den Einheimischen äußerst beliebt ist (die Speisekarte wird täglich an die jeweils verfügbaren frischen Lebensmittel und anderen Zutaten angepasst). Unternehmen Sie einen Verdauungsspaziergang zur glitzernden Mission Bay, um dort ein Stehpaddelbrett oder Kajak zu mieten. Schließen Sie den Tag mit Essen und Tanzen nach Einbruch der Dunkelheit im belebten Gaslamp Quarter ab. Gönnen Sie sich eine Nacht in einer Legende unter den Luxusherbergen Kaliforniens, dem Hotel del Coronado auf der idyllischen Insel Coronado, die durch eine bogenförmig verlaufende Brücke mit dem Festland verbunden ist und Ihnen den Eindruck vermittelt, Sie führen in eine andere Welt.

Nun lassen Sie die Küste hinter sich – aber nicht die Sonne. Ihr nächstes Etappenziel ermöglicht es Ihnen, einen bemerkenswerten Wüstenpark kennenzulernen, in dem es wilde Tiere, entlegene Schluchten und indianische Kunst gibt.

Weitere Ideen
Nächster Halt
Anza-Borrego DSP (135 km; 1 Std. 47 Min.)
Südkalifornien nonplusultra VCW_D_DE_T5_Anza-Borrego_Manley-1280x642
Harriot Manley/ Sunset Publishing

Anza-Borrego Desert State Park

4
Anza-Borrego Desert State Park
Wild, abgelegen und unvergesslich schön

Der Name dieses Staatsparks setzt sich zusammen aus dem des berühmten spanischen Entdeckers Juan Bautista de Anza, der diese Wüste 1774 durchquerte, und dem spanischen Wort für „Schafbock“ (borrego), ein Hinweis auf die hier heimischen Dickhornschafe. Dieses Wüstenschutzgebiet – der größte Staatspark Kaliforniens – stellt knapp 250.000 Hektar Ödland, Palmenoasen, Klammen und kakteengespickte Berge unter Naturschutz. An diesem wilden und entlegenen Ort werden Besucher Zeuge der geologischen Entwicklung, denn noch immer verändern Erosion und Sturzfluten permanent die Landschaft. Ein Großteil davon ist nur durch einfache Straßen erschlossen oder kann zu Fuß erkundet werden. (Den besten Zugang finden Sie, wenn Sie sich ein Allradfahrzeug mit hoher Bodenfreiheit mieten.) Im Gegenzug erleben Sie hier erstaunliche Stille und unvergessliche Naturschönheit.

Die berühmteste Wanderung im Anza-Borrego führt zum Borrego Palm Canyon, einer wasserreichen Oase, die durch unterirdische Quellen gespeist wird und im Schatten Fädiger Washingtonien, der einzigen in Kalifornien heimischen Palmenart, liegt. Der Rundweg ist keine große Wanderung (insgesamt nur 5 km), doch man hat das Gefühl, von der Wüste in die Tropen zu wandern. Machen Sie sich auf in eine sandige Rinne, die sich durch eine mit strauchartigen Weinkakteen und zylindrischen „Fasskakteen“ gespickte Felsenschlucht schlängelt – und halten Sie die Augen offen nach Kolibris in den purpurnen Blüten der Weinkakteen.

Ein Stückchen weiter treffen Sie auf saftige Weidenbäume und hören schon kleine Wasserfälle plätschern, bis die Felsen schließlich den tiefen Schatten der hohen, zotteligen Palmen weichen, die mit ihren zerzausten Blättern ein wenig an Wookiees aus Star Wars (Krieg der Sterne) erinnern. Eine Reihe schwerer Gewitter und Sturzfluten im vergangenen Jahrzehnt hat viele der ältesten Palmen in diesem Wäldchen zerstört, doch der Palm Canyon ist noch immer der größte Palmenhain in Anza-Borrego. Über 80 Zugvogelarten nutzen ihn als Wasserstelle auf ihrem Weg über die Wüste. Auch die Dickhornschafe mögen diese Stelle: Schauen Sie, ob Sie welche auf den Bergkämmen entdecken. Wenn Sie Glück haben und sich sehr still verhalten, kommen vielleicht ein paar zur Tränke herunter.

Wenn Sie Anza-Borrego, dann halten Sie Ihre Augen offen, um die interessanten Metallskulpturen urzeitlicher Tiere zu entdecken, die über die Wüste außerhalb des Städtchens Borrego Springs versprengt sind – sie sind das Werk des Künstlers Ricardo Breceda. Ihr Weg führt sie nun zuerst nach Osten und dann nach Norden zu den schicken Urlaubsorten, die man zusammenfassend als Palm Springs bezeichnet.

Südkalifornien nonplusultra VCW_D_DE_T2_Sparrows-3-7671-Edit-1280x642
Spa at Sparrows

Palm Springs

5
Palm Springs
Cool bleiben in der Wüste

Von unterirdischen Quellen gespeist, erwacht die Wüste hier zum Leben, und zwar nicht nur mit den typischen Palmen, sondern auch mit einer Reihe attraktiver Urlaubsorte – unter anderem Palm Desert, Rancho Mirage, Indian Wells und natürlich Palm Springs –, die Erinnerungen an die Mitte des letzten Jahrhunderts wecken und viele Möglichkeiten zu Entspannung und Erholung bieten. In den 1950er Jahren legten Stars wie Frank Sinatra und Elvis Presley hier elegante Anwesen an, spielten auf Meisterschaftsplätzen Golf und machten mit köstlichem Essen und schmackhaften Drinks die Wüstennacht zum Tage. Heute schwebt über dieser Region noch immer der nostalgische Hauch der “Hipster”, aber auch die frische Energie der nächsten Generation, die sich in neuen Restaurants, Luxusunterkünften und fabelhaften Einkaufsmöglichkeiten ausdrückt. Und natürlich wird alles von der Naturschönheit der kalifornischen Wüste eingerahmt.

Nehmen Sie sich reichlich Zeit, um über den noblen Straßenzug El Paseo in Palm Desert zu schlendern. Zunächst sollten Sie sich die viele Kunst anschauen. An dieser knapp zwei Kilometer langen Strecke sowie in den angrenzenden Straßen finden man eine der dichtesten Konzentrationen von Kunstgalerien in ganz Südkalifornien. Wie kleine Museen gestatten Ihnen diese Galerien, der Kunst nahezukommen, mit fachkundigen Galeriebesitzern und Angestellten zu plaudern und bei Vernissagen und Sonderveranstaltungen sogar die Künstler selbst kennenzulernen. Dann möchten Sie sicherlich auch noch etwas essen – vielleicht ein saftiges Steak mit Jazz-Begleitung (in Sullivan’s Steakhouse) oder Austern in der halben Schale (im Pacifica Seafood Restaurant) oder Holzofenpizza (bei Sammy’s). Und schließlich wollen Sie auch noch einkaufen. Aus gutem Grund erinnert El Paseo viele Menschen an den Rodeo Drive, denn auch hier gibt es die todschicken Boutiquen der großen Modeschöpfer, wie Bottega Veneta und St. John, die Sie dazu verführen möchten, Ihre Kreditkarte einmal richtig auszureizen. Noch mehr edle Läden finden Sie im Einkaufszentrum The Gardens on El Paseo: Saks Fifth Avenue, Ann Taylor, Pottery Barn, Brooks Brothers, Tommy Bahamas und viele mehr.

Packen Sie Ihre Sachen wieder ein und machen Sie sich bereit, einen weiteren Wüstenpark zu entdecken, der nur wenig östlich von Palm Springs liegt und nach den bizarren Josua-Palmlilien benannt wurde, die über sein riesiges Areal verteilt sind.

Nächster Halt
Joshua Tree National Park (79 km; 47 Min.)
Südkalifornien nonplusultra VCW_D_DE_T3_JoshuaTrees_horiz_Farnum-1280x642
Joshua Trees by Alex Farnum

Joshua Tree National Park

6
Joshua Tree National Park
Zerklüftete Berge, herrliche Sonnenuntergänge und unzählige Sterne

Felsblöcke und ‑pfeiler, zerklüftete Berge, Ruinen von Goldminen und Wüstenebenen, die von eigenartigen Bäumen durchsetzt sind – dies ist schon ein merkwürdiger Ort. Der Joshua Tree National Park, den die Einheimischen auch kurz “J‑Tree” nennen, liegt an einer ökologischen Grenze, wo die hochliegende Mojave-Wüste auf die niedriger liegende Colorado-Wüste trifft. Das Ergebnis ist eine erstaunliche Wüstenflora, zu der natürlich auch der Namensgeber des Parks gehört: der Josuabaum, eine Palmlilienart. Die Naturschönheit des J‑Tree ist rund um die Uhr zu bestaunen, auch wenn herrliche Sonnenuntergänge längst in Nächte übergegangen sind, in denen unzählige Sterne am Firmament funkeln.

Wählen Sie einen klaren Morgen, um Keys View zu besuchen, wenn Sie einen Ausblick genießen möchten, der auch zwei der höchsten Berge Südkaliforniens einschließt: Mount San Jacinto (3.302 m) und Mount Gorgonio (3.506 m). Palm Springs und das Coachella Valley bilden den Hintergrund, und der Saltonsee (Salton Sea) schimmert im Südosten. Wenn Sie genau hinschauen, erkennen Sie auch das grüne Laub der Thousand Palms Oasis Preserve unmittelbar zu Ihren Füßen. An besonders klaren Tagen können Sie mit dem Fernglas in rund 150 Kilometern Entfernung sogar die Bergspitze von El Centinela auf der mexikanischen Seite der Grenze erspähen. Vertreten Sie sich die Beine auf einem kurzen befestigten Wanderweg oder folgen Sie – wenn Sie fit sind und sich nach der Ruhe und dem Frieden sehnen, die man nur in einer Wüste findet – dem längeren Weg zum benachbarten Inspiration Peak. Ein lohnender Abstecher: Da Sie schon einmal auf der Keys View Road sind, sollten Sie am Ausgangspunkt des Wanderweges zur Lost Horse Mine kurz anhalten und den mittelschweren Weg zu dieser alten Mine gehen.

Fahren Sie nun weiter nach Norden zu einem der denkwürdigsten Reiseziele der Welt. Der Name „Tal des Todes“ mag zwar unheilvoll klingen, doch das Death Valley ist reich an atemberaubend schönen Orten, darunter farbenfrohen Schluchten, hohen Sanddünen und sogar einem Schlösschen.

 

Nächster Halt
Death Valley (451 km; 4 Std. 59 Min.)
Südkalifornien nonplusultra VCW_D_DE_T1__DE_DeathValley_Flippen_2
Death Valley by Laura Flippen

Death Valley National Park

7
Death Valley National Park
Berghohe Sanddünen und geheimnisvoll „singende“ Steine

Als größter Nationalpark außerhalb Alaskas ist das Death Valley, das „Tal des Todes“, ein nahezu unergründlicher Ort. Auf seiner Gesamtfläche von über 13.300 Quadratkilometern (etwas kleiner als Schleswig-Holstein) umfasst der Park berghohe Sanddünen, Salzebenen weit unterhalb des Meeresspiegels, geheimnisvoll „singende“ Steine und farbenfrohe Sandsteinschluchten. Extreme sind hier die Norm: Das Death Valley ist der heißeste und trockenste Ort in Amerika – mit sommerlichen Höchsttemperaturen um die 50 °C und einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von nur 5 cm (oder 50 ℓ/m²). Extrem sind aber auch die Höhenunterschiede innerhalb des Parks: Das Badwater-Becken, der tiefste Punkt, liegt 86 Meter unter dem Meeresspiegel, während der Telescope Peak eine Gipfelhöhe von 3.368 Metern erreicht. Steigen Sie also hinauf oder hinab, wärmen Sie sich auf oder „chillen“ Sie bei den herrlichen Ausblicken auf die Wüstenlandschaft: Das Tal des Todes bietet das Passende für jeden Geschmack!

Jede nur denkbare Gelbschattierung – von orangegelb über aprikosenfarben bis schulbusgelb – taucht in den faltigen Felswänden des Golden Canyon auf, dessen erodierte Gesteinsschichten bei Sonnenauf‑ und ‑untergang glühen. Suchen Sie sich Ihre Lieblingsperspektive aus: Fahren Sie zum Zabriskie Point und schauen Sie sich die Szenerie von oben an, oder betrachten Sie diese Naturschönheit ganz aus der Nähe, indem Sie in den Golden Canyon hineinwandern. Für einen flüchtigen Blick im Vorbeifahren empfiehlt sich der Zabriskie Point (neben dem Highway 190), wo Sie von einem nur 90 Meter langen befestigten Weg aus einen atemberaubenden Blick auf das vielfarbige Ödland genießen können.

Diese Aussichten gehören zu den meistfotografierten des ganzen Parks, und zum Sonnenuntergang ist dieser Punkt folglich auch gut besucht. Die Wanderung in den Golden Canyon beginnt an der gegenüberliegenden Seite (neben der Badwater Road, 5,6 km südöstlich des Besucherzentrums). Es ist eine mittelschwere, gut drei Kilometer lange Strecke, wenn man in die Schlucht wandert und auf dem gleichen Weg wieder herauskommt, aber man kann sie auch zu einer 9 Kilometer langen Rundwanderung erweitern. Vom Parkplatz aus für der Weg in einer leichten Steigung an Felswänden vorbei, die von gelben, beige- und cremefarbenen Streifen durchzogen sind, entstanden durch unterschiedliche Gesteinsschichten. Machen Sie unbedingt auch einen Abstecher zur Red Cathedral („roten Kathedrale“), einer Felsnadel, die durch die Oxydation von eisenhaltigen Gestein rot gefärbt wurde.

Nachdem Sie das Death Valley besichtigt haben, fahren Sie nach Nordwesten weiter in Richtung des Gebirgszugs der Sierra Nevada. Halten Sie in freundlichen Wüstenstädtchen wie Lone Pine und Independence an, besuchen Sie aber auch die Manzanar National Historic Site, um eine besonders düstere Epoche in der Geschichte Kaliforniens zu verstehen. Genießen Sie dann in Mammoth Lakes die Gastfreundschaft und die Freizeitangebote dieser ganzjährigen aktiven Berggemeinde.

Nächster Halt
Mammoth Lakes (330 km; 3 Std. 30 Min.)
Südkalifornien nonplusultra VCW_D_HS_T4_Mammoth_skiers_Manley-sized
Mammoth by Harriot Manley

Mammoth Lakes

8
Mammoth Lakes
Hoher Schnee im Winter, blühende Wildblumen im Sommer

Die Bevölkerung in dieser von einigen der höchsten Gipfel der westlichen USA umgebenen lässig-lockeren Berggemeinde weiß diesen besonderen Ort sehr wohl zu schätzen. Es ist ein Land für Naturfreunde, die es im Winter auf die Pisten der Wintersportgebiete von Mammoth Mountain und dem benachbarten June Lake treibt und die nach der Schneeschmelze losziehen, um in den kristallklaren Bergbächen zu angeln, über hohe Bergwiesen zu wandern und mit dem Mountainbike zu radeln oder sich in natürlichen Thermalquellen zu suhlen. Erfreulicherweise teilen die Einheimischen ihr Glück gerne. Kommen Sie also auf ein “Craft”-Bier vorbei, lauschen Sie im Sommer bei einem Festival der Bluegrass-Musik oder genießen Sie im Winter auf der Terrasse einer zünftigen Berghütte das Après-Ski! Für eine Berggemeinde ist Mammoth Lakes erstaunlich leicht zu erreichen, vor allem während der Skisaison, wenn der kleine Flugplatz täglich von den Flughäfen bei San Francisco und Los Angeles angeflogen wird.

Im Winter meint es Mutter Natur gut mit Mammoth Lakes – sehr gut sogar! Auf dem Hausberg, dem Mammoth Mountain, liegen im Durchschnitt über 9 Meter Schnee, und die Schlepplifte, Sessellifte und Kabinenseilbahnen sind länger in Betrieb als in irgendeinem anderen Wintersportgebiet des Staates. Und sogar wenn Sie selbst nicht Ski fahren, können Sie sich mit der Kabinenseilbahn zum Gipfel des Mammoth Mountain in 3.369 Metern Höhe bringen lassen, um die umliegenden hohen Gipfel ehrfürchtig zu bestaunen. Es gibt auch ausgefallenere Freizeitbeschäftigungen im Winter – von Fahrten mit der Pistenraupe bis zu Schneeschuhausflügen bei Vollmond. Oder rutschen Sie mit den Kindern in Reifenschläuchen den Hang hinunter! Gleiten Sie auf einem Hundeschlitten durch die verschneite Wildnis! Lassen Sie sich après ski in einem Hotel massieren, zum Beispiel im Sierra Nevada Resort & Spa oder im Snowcreek Athletic Club! Krönen Sie den Tag mit einem Abendessen im gemütlichen Lakefront Restaurant, das von verschneiten Kiefern umgeben ist.

Danach können Sie von Mammoth Lakes aus einen Pendelbus zum faszinierenden Devils Postpile National Monument nehmen. (Beachten Sie bitte, dass dieses Ziel im Winter nicht besucht werden kann, wenn die Zufahrtsstraßen und ‑wege von Schnee blockiert sind. Der Park ist in den meisten Jahren von Juni bis September geöffnet, aber Sie sollten sich kurzfristig nach der aktuellen Lage erkundigen – die Saison kann mal kürzer und mal länger ausfallen, je nach Schneelage.)

Fahren Sie ein kurzes Stück nach Norden zum Mono Lake und nach Lee Vining, dann über den Tioga Pass in den Yosemite National Park. (Beachten Sie bitte: Diese Strecke ist normalerweise von November bis Anfang Mai wegen Schneefalls gesperrt – erkundigen Sie sich kurzfristig über die aktuelle Straßenlage auf der Website des Verkehrsministerium, caltrans.org.)

 

Weitere Ideen
Nächster Halt
Yosemite National Park (201 km; 3 Std. 6 Min.)
Südkalifornien nonplusultra VCW_D_HS_T1_YosemiteValley_KG-1280x642
Yosemite Valley by Kodiak Greenwood

Yosemite National Park

9
Yosemite National Park
Unvergessliche Schönheit und rauschende Wasserfälle

Wenn Sie von Osten kommen, offenbart sich Ihnen zunächst das Hochland des Parks mit seinen Granitfelsen und Bergwiesen, unter denen Tuolumne Meadows die bekannteste ist. Von ihren Rändern führen Wanderwege in alle Richtungen: zu den Bergseen unterhalb der Spitzen des Cathedral Peak und des Unicorn Peak ebenso wie zu einer Reihe tosender Wasserfälle am Tuolumne River. Das kleine Besucherzentrum, das in einer historischen Hütte untergebracht ist, enthält Anschauungsmaterial zur Geologie und zu Flora und Fauna der Gegend. Wenn Sie nun weiter westwärts fahren, erreichen Sie das Yosemite Valley, aus dem Sie Pendelbusse zu allen wichtigen Stellen des Parks befördern.

Yosemite, der erste Nationalpark Kaliforniens und seit 1984 ein Teil des UNESCO-Weltnaturerbes, lockt alljährlich rund vier Millionen Besucher an – und das aus gutem Grund. Mit einer Fläche von 2.849 km² ist der Park größer als das Saarland und bietet unvergessliche Naturwunder. Zu den vielen Dingen, auf die Yosemite besonders stolz sein kann, gehören mit Sicherheit auch die Wasserfälle. Von den 20 höchsten Wasserfällen der Welt liegen allein drei im Yosemite Valley: Yosemite Falls, Sentinel Fall und Ribbon Fall. Die Yosemite Falls sind sogar die höchsten Wasserfälle Nordamerikas. Der Aufstieg zum höchsten Punkt in 739 Metern Höhe über dem Grund ist recht anspruchsvoll, doch zum Glück wirken sie auch von unten recht beeindruckend. Die Stelle am Fuß erreicht man leicht auf einem anderthalb Kilometer langen Rundweg, der auf jedermanns Löffelliste gehört. Aber auch die anderen Wasserfälle von Yosemite besitzen unbestreitbar ihren Reiz. Ein bequemer Fußweg zu den 189 Meter hohen Bridalveil Falls bringt Sie zu einem Aussichtspunkt am Fuße dieser schäumenden Kaskaden. Der Aufstieg zu den Vernal und Nevada Falls ist etwas schwieriger und führt über Granitstufen zu zwei steilen Abhängen, an denen man sehen kann, wie sich der gesamte Merced River über die Felskante ins Tal stürzt. (Beachten Sie unbedingt die Sicherheitshinweise und bleiben Sie hinter den Absperrungen!)

Fahren Sie von Yosemite an der Westflanke der Sierra in Richtung Süden über die Straßen, die zunächst hinab ins fruchtbare Central Valley führen und dann wieder in die Berge zum letzten Etappenziel, einem Paar von Nationalparks, die die höchsten Lebewesen der Welt und eine wilde und zerklüftete Bergschlucht schützen.

 

Nächster Halt
Sequoia/Kings Canyon (224 km; 2 Std 32 Min.)
Südkalifornien nonplusultra KingsCanyonNationalPark_TomHilton_1280x642
Kings Canyon National Park by Tom Hilton/Flickr

Sequoia und Kings Canyon National Parks

10
Sequoia und Kings Canyon National Parks
Tiefe Schluchten und rauschende Flüsse

Auch wenn dieses Nationalpark-Duo weniger berühmt ist als der rund 120 Kilometer weiter nördlich gelegene Yosemite, hat es mit seinen riesigen Mammutbäumen, hohen Bergen, tiefen Schluchten und rauschenden Flüssen jede Menge Sehenswertes zu bieten. Innerhalb der Parkgrenzen von Sequoia/Kings Canyon liegen immerhin der Mount Whitney, mit 4.417 Metern die höchste Erhebung innerhalb der 48 zusammenhängenden US-Bundesstaaten, sowie der Kings River Canyon, eine der tiefsten Schluchten Nordamerikas. Trotzdem kennt man die beiden Parks – ebenso wie das angrenzende Giant Sequoia National Monument und die Nationalforste der Umgebung – hauptsächlich wegen ihrer überdimensionierten Mammutbäume. Dank des General-Sherman-Baums, des nach Rauminhalt größten Lebewesens der Welt, und seiner gigantischen Nachbarn ist das Bestaunen großer Bäume hier die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Besucher. An der Basis hat der General-Sherman-Baum einen Umfang von über 31 Metern, und der Baum ragt fast 84 Meter hoch in den blauen Himmel der Sierra – und wächst immer noch: Jedes Jahr kommt die Holzmasse eines 18 Meter hohen Baums hinzu. Sie können sich noch immer keine Vorstellung von seiner Größe machen? Ein Ast des General Sherman ist so dick – fast 2 Meter im Durchmesser –, dass er größer ist als die meisten Bäume entlang dem Mississippi.

Der General Sherman übt verständlicherweise eine große Anziehungskraft auf die Parkbesucher aus, weshalb es im Sommer auch kostenlose Pendelbusse gibt, die an zwei verschiedenen Haltestellen anhalten, einer oberhalb und einer unterhalb dieses faszinierenden Baumriesen. Viele Besucher steigen an der oberen aus und laufen hinunter zur unteren, vorbei am General Sherman. Das ist in Ordnung, wenn man es eilig hat, aber man kann hier auch noch mehr Zeit verbringen. Wandern Sie zum Beispiel über den Congress Trail, einen drei Kilometer langen Rundweg, der Sie zu Dutzenden weiterer Mammutbäume mit Stammdurchmessern von der Größe Ihres Wohnzimmers führt. Die House Grove und die Senate Grove, zwei weitere Mammutbaumwäldchen am Ende des Rundwegs, sind die eindrucksvollsten, doch eine echte Besonderheit ist der Washington-Baum, der lange als zweitgrößter Baum der Welt galt.

Der winterliche Schnee kann die Zufahrt zu den Parks und die Bewegungsfreiheit innerhalb der Parks erheblich einschränken. Informieren Sie sich kurzfristig auf der Website über die aktuelle Lage!

Um nach Los Angeles zurückzukehren, fahren Sie rund 3½ Stunden geradewegs nach Süden. San Francisco liegt etwa 4 Autostunden nordwestlich.