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Harriot Manley/ Sunset Publishing

Trip 8-10 Tage 10 stops

Nordkalifornien nonplusultra

Diese Rundreise durch die nördliche Hälfte des Staates führt Sie zu zehn der beliebtesten Reiseziele der Region, darunter San Francisco, Yosemite, Lake Tahoe und die turmhohen Mammutbäume entlang der wilden und schönen Nordküste.

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Harriot Manley/ Sunset Publishing

San Francisco

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San Francisco
Glitzernde Bucht, zauberhafte Stadt

Die Stadt mag zwar nur gut 120 Quadratkilometer Landfläche besitzen, doch San Francisco zählt zu Recht zu den großartigsten Metropolen dieser Welt. Die “City by the Bay” – die Stadt an der Bucht –, die berühmt ist für ihre herrlichen viktorianischen Häuser, ihre traditionsreichen Cable Cars, ihre dynamische Vielfalt, ihre wunderschöne Küste und ihre unverkennbare orangefarbene Brücke, ist der ideale Ausgangspunkt jeden Abenteuers.

Wenn Sie die Stadt einmal auf neue Art entdecken möchten, dann parken Sie Ihr Auto und lernen Sie die Stadt zu Fuß, mit dem Rad und mit ihren einzigartigen öffentlichen Verkehrsmitteln kennen. Radeln Sie über die Golden Gate Bridge und zurück, erkunden Sie den üppig grünen Presidio, einen ehemaligen Militärstützpunkt, der in einen Park verwandelt wurde, oder gehen Sie in den Golden Gate Park, um Museen zu besuchen oder über eines seiner Prachtstücke, den Stow Lake, zu rudern. Setzen Sie Ihre Reise am flachen Embarcadero fort, zu Fisherman’s Wharf und zum Exploratorium, einem unterhaltsamen populärwissenschaftlichen Museum.

Bringen Sie Ihre Leihfahrräder zurück und steigen Sie in eine Cable Car ein, um auf der anderen Seite des Hügels in Luxusboutiquen und großen Kaufhäusern wie Macy’s, NikeTown, Saks Fifth Avenue und Neiman Marcus rund um den belebten Union Square einzukaufen und sich zwischendurch im Emporio Rulli auf genau diesem Platz mit italienischen Backwaren und einem Cappuccino zu stärken. Bummeln Sie in der Nähe über die Einkaufsstraße Maiden Lane, die tagsüber zu einer Fußgängerzone wird, wo die Cafés Tische und Stühle auf der Straße aufstellen. Die nahe Westfield Mall, ein atemberaubender Komplex an der einstmals trostlosen, aber mittlerweile fein herausgeputzten Market Street, lockt mit noch mehr Geschäften und einem luxuriösen Food Court im unteren Geschoss. Gönnen Sie sich abends den Besuch einer Vorstellung im Theaterviertel, oder gehen Sie nach North Beach, um Beach Blanket Babylon zu sehen, eine lärmende und respektlose Institution in San Francisco. Weiteres Nachtleben und zusätzliche Gastronomie finden Sie in der Valencia Street und ihren Nachbarstraßen in der Mission mit ihren zahlreichen „trendigen“ Restaurants und Bars – und lassen Sie sich bei Bi-Rite Ice Cream nachts die Eiscreme schmecken!

Fahren Sie von der Bay Area quer durch das Central Valley hoch in die Sierra zum ersten Nationalpark Kaliforniens, Yosemite. Sie erreichen den Park auf verschiedenen Wegen – über ansprechende Städtchen des Gold Country wie Oakhurst und Mariposa oder über das historische Groveland.

Nächster Halt
Yosemite National Park (266 km; 3 Std. 6 Min.)
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Kodiak Greenwood

Yosemite National Park

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Yosemite National Park
Unvergessliche Schönheit und rauschende Wasserfälle

Nichts bereitet Sie auf den ersten Anblick des Yosemite Valley vor – auf die gewaltigen Monolithe und die tosenden Wasserfälle, die in ihrer Größe und Schönheit beinahe unwirklich erscheinen, wie die Vision eines Riesen vom Paradies. Jeder Anfahrtsweg ins Tal ist schön, doch der Tunnel View („Tunnelblick“), den man über die Staatsstraße 41 an der Südseite des Parks von Wawona aus erreicht, ist vermutlich die legendärste Zufahrt – und die meistfotografierte. Doch das Yosemite Valley ist nur ein kleines Stück dieses ersten Nationalparks von Kalifornien, der 1984 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Yosemite lockt alljährlich rund vier Millionen Besucher an – und das aus gutem Grund. Mit einer Fläche von 2.849 km² ist der Park größer als das Saarland und bietet unvergessliche Naturwunder, von den steilen Wänden des Yosemite Valley bis zur alpinen Schönheit der Tuolumne Meadows.

Zu den vielen Dingen, auf die Yosemite besonders stolz sein kann, gehören mit Sicherheit auch die Wasserfälle. Von den 20 höchsten Wasserfällen der Welt liegen allein drei im Yosemite Valley: Yosemite Falls, Sentinel Fall und Ribbon Fall. Die Yosemite Falls sind sogar die höchsten Wasserfälle Nordamerikas. Der Aufstieg zum höchsten Punkt in 739 Metern Höhe über dem Grund ist recht anspruchsvoll, doch zum Glück wirken sie auch von unten recht beeindruckend. Die Stelle am Fuß erreicht man leicht auf einem anderthalb Kilometer langen Rundweg, der auf jedermanns Löffelliste gehört. Ein bequemer Fußweg zu den 189 Meter hohen Bridalveil Falls bringt Sie zu einem Aussichtspunkt am Fuße dieser schäumenden Kaskaden. Der Aufstieg zu den Vernal und Nevada Falls ist etwas schwieriger und führt über Granitstufen zu zwei steilen Abhängen, an denen man sehen kann, wie sich der gesamte Merced River über die Felskante ins Tal stürzt. (Beachten Sie unbedingt die Sicherheitshinweise und bleiben Sie hinter den Absperrungen!)

Die Tuolumne Meadows, eine der meistfotografierten Regionen in Yosemite, sind ein ausgedehntes Grasland, eingerahmt von hohen Granitfelsen und ‑gipfeln. Diese Aue erstreckt sich mehr als drei Kilometer am Tuolumne River entlang und ist mit einer Höhe von 2.600 Metern über dem Meeresspiegel die höchste subalpine Wiese in der Sierra Nevada. Von ihren Rändern führen Wanderwege in alle Richtungen: zu den Bergseen unterhalb der Spitzen des Cathedral Peak und des Unicorn Peak ebenso wie zu einer Reihe tosender Wasserfälle am Tuolumne River. (Beachten Sie bitte, dass die Zufahrt zu den Tuolumne Meadows eingeschränkt ist: Die Straße ist normalerweise von Mitte November bis in den Juni wegen Schneefalls gesperrt.)

Nehmen Sie die Staatstraße 120 über den Tioga Pass durch die Sierra nach Lee Vining. Besuchen Sie kurz das hervorragende Besucherzentrum am Mono Lake, dem salzigen Rest eines einst riesigen Binnenmeers, und fahren Sie dann weiter Richtung Norden auf der US-Bundesstraße 395 und westwärts auf der Staatsstraße 50 zum türkisblauen Juwel der Sierra, dem Lake Tahoe.

Nächster Halt
Lake Tahoe (311 km; 4 Std. 12 Min.)
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Alex Farnum

Lake Tahoe

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Lake Tahoe
Majestätische Gipfel und ein Muss für jeden Besucher

Blau wie ein Topas und umgeben von majestätischen Gipfeln ist das Juwel der High Sierra an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada ein Muss für jede Löffelliste. Wo sonst hat man Gelegenheit, Luft zu atmen, die „sehr rein und fein [ist] … die gleiche, die Engel atmen“, wie der berühmte Schriftsteller Mark Twain schrieb. Kleine Städtchen säumen das Ufer, und jedes besitzt seinen ganz eigenen Charme. Im Schnee des Winters und des Frühjahrs können Sie in Wintersportorten von Weltklasse auf die Pisten und Loipen gehen. Im Sommer hingegen holt man das Wasserspielzeug hervor – Segelboote, Stehpaddelbretter, Kajaks und so ziemlich alles, was schwimmt. Und der Herbst färbt die Berge dann mit goldenem Espenlaub.

Lake Tahoe rühmt sich einiger der besten Wintersportorte des Landes. Am Nordufer sind Squaw Valley, Northstar California und Alpine, der Schwesterberg von Squaw, die Hauptattraktionen, insbesondere bei Pulverschnee. Am Südufer des Sees bietet auch Heavenly, einer der größten Skiorte der Welt, faszinierende Seepanoramen von Pisten, die so breit und eben sind wie Autobahnen. Spaß schreibt man in Heavenly ganz groß – auch wenn man nicht auf Brettern steht: Seilrutschen am Berg, Reifenschläuche zum Rutschen, Kabinenbahnen für die Aussichten und Partystimmung am Berg und im Tal. Am Tahoe gibt es aber auch weniger spektakuläre Wintersportorte – zum Beispiel Boreal, Donner Ski Ranch, Homewood, Sierra at Tahoe, Soda Springs, Sugar Bowl, Tahoe Donner. Sie können sich auch auf gespurten Langlauf- und Schneeschuhloipen bei Royal Gorge oder Kirkwood ins Gelände begeben. Ein echter Leckerbissen sind Ausflüge mit dem Hundeschlitten in der Nähe von Squaw Valley, Kirkwood oder in Hope Valley, südlich des Lake Tahoe.

Im Sommer bieten viele dieser Orte – vor allem aber Northstar, Heavenly und Squaw – sommerliches Freizeitvergnügen wie Mountainbiking, Wandern, Rundfahrten in der Tram oder Seilbahnfahrten – eine gute Möglichkeit, ohne körperliche Anstrengung hoch hinaus in die Berge zu gelangen.

Fahren Sie vom Lake Tahoe aus weiter nach Nordwesten zu einer anderen Art von Bergen: Vulkanen. Ihr nächstes Etappenziel ist der Lassen Peak, der als Nationalpark geschützt ist und zahlreiche vulkanische Phänomene zu bieten hat, die man gefahrlos besuchen kann.

Weitere Ideen
Nächster Halt
Lassen Volcanic National Park (253 km; 3 Std. 11 Min.)
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Kodiak Greenwood

Lassen Volcanic National Park

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Lassen Volcanic National Park
Sehen Sie wo die Erde immernoch dampft und kocht

Dampfende Schwefelschlote, blubbernde Schlammtöpfe, kochende Quellen – all diese lebhaften Naturphänomene verdeutlichen, dass die Erde in diesem faszinierenden Park in der „wilden“ Nordostecke des Staates noch lange nicht zur Ruhe gekommen ist. Der namensgleiche Vulkan des Parks, Lassen Peak, brach zum letzten Mal im Mai 1914 aus, und damals brodelte es volle drei Jahre. Heute hat er sich etwas beruhigt, und von den Wegen und Anhöhen kann man den Vulkan gefahrlos betrachten und einiges über Vulkantätigkeit lernen. Außerdem gibt es riesige Wälder und funkelnde Seen zu erkunden.

Nehmen Sie sich etwas Zeit, um im hervorragenden Kohm Ya-mah-nee Visitor Center etwas über die Vulkane Kaliforniens zu erfahren, und begeben Sie sich anschließend nach draußen, um einige der faszinierenden und völlig gefahrlos zugänglichen Phänomene zu besuchen, wie zum Beispiel Bumpass Hell. Der zweite Teil des Namens, „Hölle“, ist durchaus treffend gewählt: Hier erleben Sie Geologie in Aktion – 6½ Hektar kochender Quellen und Schlammtöpfe, zischender Dampfspalten und dröhnender Fumarolen.

Der frühe Pionier Kendall Vanhook Bumpass hatte das Pech, in den 1860er Jahren als erster über diese hydrothermalen Phänomene – buchstäblich – zu stolpern: Er trat dabei in eine kochende Pfütze und verbrannte sich das Bein.

Den Besuchern von heute kann das nicht mehr passieren. Ein leichter, gut ausgeschilderter Weg führt zu diesem Ort hydrothermaler Aktivität – ein 5 km langer Rundweg, der es wert ist. Unterwegs kann man auf einen kleinen Nebenweg abbiegen, der zu einer atemberaubenden Aussicht auf verschiedene Gipfel führt, die in Wahrheit die Reste eines gewaltigen Vulkans namens Mount Tehama sind, der vor rund einer halben Million Jahren explodierte.

Setzen Sie von Lassen aus Ihre Reise nach Norden durch dünnbesiedeltes Weideland fort, um einen der schönsten (und erstaunlicherweise doch wenig besuchten) Orte Kaliforniens kennenzulernen: Burney Falls im McArthur-Burney Falls Memorial State Park.

Nächster Halt
Burney Falls (113 km; 1 Std. 14 Min.)
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Kodiak Greenwood

Burney Falls

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Burney Falls
Besuchen Sie einen rauschenden Wasserfall, der auch als „achten Weltwunder“ bezeichent wird

Einer der spektakulärsten Wasserfälle im ganzen Staat – wenn nicht gar auf dem gesamten Kontinent – ist diese 39 Meter hohe, farnverhangene Kaskade, die aus dem Nichts zu kommen scheint. Rund hundert Kilometer nordöstlich von Redding, in einem Gebiet, das wie eine ungeordnete Sammlung verwitterter Schlackenkegel und weiter Ebenen unter wolkenlosem Himmel aussieht, sind die Burney Falls eine der größten Überraschungen Kaliforniens. Überraschend ist es daher nicht, dass Teddy Roosevelt, der 26. Präsident der USA, bei ihrem Anblick vom „achten Weltwunder“ sprach.

Folgen Sie einem kurzen Weg zum Hauptaussichtspunkt im McArthur-Burney Falls Memorial State Park. Sie müssen schon schreien (oder auch einfach schweigen und staunen), wenn Sie vor der breiten Wand aus Wasser, die über den farnüberwucherten Fels stürzt, unmittelbar stehen, während sie Regenbogen in den Nebel zeichnet und mit solcher Wucht in das kristallklare Becken an ihrem Fuß prasselt, dass sie Luftblasen bis weit in die Tiefe mitreißt. Die Hauptkaskade hat ihren Ursprung zwar an der Oberkante der Felswand, doch Wasser von der Schneeschmelze dringt auch weiter unten aus dem porösen Vulkangestein aus. Folgen Sie dem Pfad weiter zum Fuß des Wasserfalls, wo Sie Ihre Hand wohl nur kurz ins Wasser halten werden, denn dessen Temperatur steigt selten über 5 °C. Anglern scheint dies aber nichts auszumachen, denn sowohl das Becken als auch der Burney Creek ober- und unterhalb der Fälle sind bei Fliegenfischern ein beliebtes Revier, die nach der Methode „Fangen und Freilassen“ angeln.

Ihre Fahrtroute beschreibt nun einen Bogen nach Nordwesten, wo Sie einen der höchsten Berge Kaliforniens besuchen können, einen schneebedeckten Vulkankegel, der sich aus dem Tal erhebt.

Nächster Halt
Mt Shasta (85 km; 53 Min.)
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Kodiak Greenwood

Mount Shasta

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Mount Shasta
Erleben Sie Wildblumenwiesen, ganzjährige Schneefelder und einen Hauch von Esoterik!

Mit 4.322 Metern Gipfelhöhe über dem Meeresspiegel scheint dieser prächtige Vulkan am türkisblauen Himmel zu kratzen und ist von fast jeder Stelle im nördlichen Teil des Staates gut zu sehen. Und im Unterschied zu vielen anderen Bergen erhebt er sich aus dem umgebenden Flachland in solch vollkommener kegelförmiger schneebedeckter Erhabenheit, dass er beinahe unwirklich erscheint – wie die Verwirklichung der naiven kindlichen Vorstellung von einem perfekten Berg. (Der berühmte Naturforscher John Muir schrieb, sein Blut habe sich „in Wein verwandelt“, als er diesen an den Fudschi erinnernden Berg zum ersten Mal sah.) Eine Besteigung ist nur den abgehärtetsten Kletterern zu empfehlen. Auskünfte über Bergführer erhalten Sie in The Fifth Season (einem Laden für “Outdoor”-Bedarf, nicht für Karnevalsartikel!) im Städtchen Mount Shasta, einer esoterischen Hippie-Enklave an der Westflanke des Bergs. (Um ein Gefühl für den Ort zu bekommen, müssen Sie sich nur in The Crystal Room begeben, einen echter Augenschmaus voller Prismen.)

Zum Glück brauchen Sie nicht unbedingt den Gipfel zu erklimmen, um an diesem Bergparadies Ihre Freude zu haben. Leicht zu bewältigende Wanderrundwege führen durch wildblumenübersäte Wiesen und kühle Wälder. Einer der hübschesten Pfade – eine bequeme gut drei Kilometer lange Strecke am McCloud River entlang auf der Südseite des Berges – führt zu drei sehr schönen Wasserfällen, von denen die Middle Falls die prächtigsten sind. Dazu gibt es Campingmöglichkeiten, Höhlen und Angelreviere zum Fliegenfischen. In den meisten Wintern kann man im einfachen und hauptsächlich von Einheimischen genutzten Mt. Shasta Ski Park am Westhang des Berges auch Ski fahren.

Hinter Shasta lassen Sie die Vulkanlandschaft Kaliforniens hinter sich und fahren westwärts durch die ausgedehnten Waldlandschaften der Trinity Mountains, bis Sie die üppig begrünte und fruchtbare Nordküste und eines der Kronjuwelen Kaliforniens, den Redwood National Park, erreichen.

Nächster Halt
Redwood National und State Parks (367 km; 4 Std. 18 Min.)
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Eric Pawassar

Redwood National Park

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Redwood National Park
Große Bäume, grüne Landschaft

Diese Stätte des Weltnaturerbes schützt nahezu die Hälfte der größten Bäume der Welt. Das faszinierende Geflecht aus Staats- und Nationalparks beinhaltet Dutzende weicher Wege, auf denen Sie zwischen den bis zu fast 110 Meter hohen Küstenmammutbäumen hindurchspazieren können. Beginnen Sie Ihren Besuch im Thomas H. Kuchel Visitor Center auf einem sandigen Klippe am Südende der Parks, um mehr über die Region zu erfahren und ein paar nützliche Ratschläge von den hilfsbereiten und sachkundigen Rangers zu erhalten. Erkundigen Sie sich nach Ranger-Führungen durch den smaragdgrünen Fern Canyon, oder fragen Sie, wo Sie die majestätischen (und großen) Roosevelt-Wapitis am besten in der Prärie grasen sehen können. (Unser Vorschlag: die Elk Meadow [„Wapitiwiese“], deren Name nicht von ungefähr kommt, oder die Dünen am Gold Bluffs Beach, beide im Prairie Creek Redwoods State Park.) Um die Parks auf originelle Weise kennenzulernen, können Sie auch einen geführten Ausritt zu Pferde mit den Redwood Creek Buckarettes unternehmen oder eine Fahrt mit einem Mountainbike von Redwood Adventures. Camping ist hier sehr beliebt, vor allem im Sommer, und die Plätze liegen in grünen Wäldern, an geschützten Uferwänden oder an wilden Stränden – Reservierungen werden dringend empfohlen.

Hinweis von Insidern: Die Region ist aus gutem Grund so grün: jährlich – hauptsächlich von Oktober bis April – fallen hier anderthalb bis zwei Meter Niederschlag – das sind 150 bis 200 Eimer pro Quadratmeter! Bringen Sie also unbedingt Regenkleidung und rutschfestes Schuhwerk mit – für alle Fälle.

Die nächste Etappe führt nach Süden zur größten Stadt zwischen San Francisco und dem Nachbarstaat Oregon, einer bunten Mischung aus Fischern, Holzfällern, Künstlern, Studenten und Naturfreunden.

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Courtesy of Humboldt County CVB

Eureka

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Eureka
Natur und Kultur verschmelzen in einem künstlerisch angehauchten viktorianischen Seehafen

Diese lebensfrohe Hafenstadt – die größte Küstenstadt zwischen San Francisco und Portland (Oregon) – besitzt eine interessante gespaltene Persönlichkeit: einerseits einen Hauch Nostalgie in der hübsch restaurierten Altstadt aus der Viktorianischen Zeit und andererseits einen umtriebigen geschützten Seehafen, in dem verkrustete Fischerboote tagtäglich ein- und auslaufen, und Langholztransporter, die durch die Stadt rattern. Hinzu kommt umweltbewusstes studentisches Leben, das von der Humboldt State University im benachbarten Arcata herüberschwappt. Hunderte kunstvoll verzierter Wohnhäuser aus dem 19. Jahrhundert – wie das Carson Mansion am Ende der Second Street, Inbegriff des Queen-Anne-Baustils und heute Sitz eines privaten Clubs – spiegeln den Wohlstand aus den Gründerjahren von Eureka wider, als die Stadt noch ganz im Zeichen der Holzindustrie stand. Die gesamte Stadt – eine bestechende Mischung aus Natur und Kultur mit der Anmutung einer Kleinstadt – wurde vom Staat unter Denkmalschutz gestellt.

Beginnen Sie Ihren Besuch am Hafen, wo Ihnen eine nette Promenade hübsche Aussichten auf das Hafenbecken und die angrenzende Humboldt Bay gewährt. Besuchen Sie das kleine Seefahrtsmuseum, und begeben Sie sich anschließend zu einer 75 Minuten langen kommentierten Rundfahrt an Bord der MV Madaket, einer gemütlichen Fähre, die schon seit 1910 durch die Bucht tuckert. In der an den Hafen angrenzenden Old Town (Altstadt) sollten Sie sich geradewegs zum Humboldt Bay Tourism Center begeben, in dem Sie einheimische Weine, Biere und Austern kosten, sich Empfehlungen zu Galerien, Läden und Restaurants der Umgebung holen sowie Ausflüge und Abenteuer buchen können.

Fahren Sie an dieser wilden Küste weiter nach Süden (es gibt unterwegs zahlreiche Haltebuchten zum Fotografieren) bis nach Mendocino, einem der romantischsten Dörfchen Kaliforniens.

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Mendocino Headlands by Kodiak Greenwood

Mendocino

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Mendocino
Kunst und Kultur verschmelzen mit Mutter Natur in diesem märchenhaften Ort am Meer

Dieses bezaubernde Dörfchen auf einer wellenzerfurchten Landspitze liegt zwischen dichten Wäldern und einem rastlosen Meer. Mit weniger als tausend ganzjährigen Bewohnern und seiner einsamen Lage bietet Mendocino einen Ort der Ruhe in der atemberaubenden Landschaft der Nordküste. Die aufsehenerregende Lage von Mendocino macht es zu einem natürlichen Anziehungspunkt für Künstler, und oft begegnen Sie ihnen vor aufgestellten Staffeleien und mit der Palette in der Hand, wie sie eine Szene auf ihre Leinwand bannen. Mendocino ist zum Spazierengehen wie geschaffen – also bummeln Sie durch die kleinen Straßen mit Läden, in denen regionale Kunst feilgeboten wird, und setzen Sie sich anschließend zu einem Plausch mit den Einheimischen in ein Café. Spazieren Sie an den Klippen entlang, vorzugsweise bei Sonnenuntergang an nebelfreien Abenden. Die wilde Naturlandschaft dieser Region und ihre Einsamkeit haben auch alternative Denker und Umweltschützer angelockt, und so finden Sie auf zahlreichen Speisekarten das Wort “organic”. Wohnhäuser aus der Viktorianischen Zeit, die in Frühstückspensionen unterschiedlichster Eleganz verwandelt wurden, wirken wie Wirklichkeit gewordene Lebkuchenhäuser. In Mendocino versteht man aber auch, eine gute Party auszurichten, vor allem, wenn es ums Essen geht, und jährliche Feste zelebrieren Pilze, Wein und Krebse sowie die größten „Bewohner“ der Region, die Wale.

Da der Pazifik in Mendocino praktisch vor der Haustür liegt, überrascht es kaum, das die Restaurants hier auf Meeresfrüchte spezialisiert sind. Lachs, Weißer Thunfisch, Pazifischer Kabeljau, Kalifornischer Taschenkrebs und Seeohr gehören zu den Köstlichkeiten des Ozeans, die Sie in den Restaurants der Region genießen können – manchmal in aufgeputzter Eleganz, manchmal locker-leger mit den Einheimischen. Wenn Sie eine besondere Mahlzeit suchen, probieren Sie einmal das Trillium Café, wo es frische Meeresfrüchte und andere Zutaten frisch vom Bauernhof gibt (z.B. Lengdorsch-Bouillabaisse oder Königslachs mit cremigem Kürbiskernpesto). Das Grey Whale Bar & Café in der eleganten Pension MacCallum House bietet ebenfalls allabendlich Spezialitäten aus dem Meer.

Wenn Sie Menschen Treffen, die mit Krümeln auf der Kleidung herumlaufen, dann waren sie vermutlich in der Goodlife Café and Bakery, deren Gebäck – wie etwa den Heidelbeerplunder, den es zu bestimmten Jahreszeiten gibt – von Einheimischen schon als „irrsinnig gut“ beschrieben wurde. Hier steht alles unter dem Motto: gesund, „biologisch“ angebaut und fair gehandelt.

Hinweis von Insidern: Sie wollen einen wirklich frischen Fang? Dann buchen Sie doch einfach einen Platz auf einem Angel-Charter-Boot und ziehen Sie selbst Ihr Mittag- oder Abendessen an Land!

Folgen Sie weiter der zerklüfteten Küste und legen Sie unterwegs eine Rast im historischen Fort Ross (einst Außenposten russischer Seeotterpelzjäger) und in Jenner ein, dem Dorf an der Mündung des Russian River. Danach erreichen Sie das vorletzte Etappenziel Ihrer Reise, einen turmhohen Bestand an Küstenmammutbäumen kurz vor San Francisco.

Weitere Ideen
Nächster Halt
Muir Woods (240 km; 2 Std. 59 Min.)
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Lenny Rush/NPS

Muir Woods National Monument

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Muir Woods National Monument
Fahren Sie über die Golden Gate Bridge ins Land der Riesen!

In einer dem Meer zugewandten Gebirgsfalte des Mount Tamalpais, dem unverkennbaren Gipfel nördlich der Golden Gate Bridge in Marin County, schützt das Muir Woods National Monument den letzten Altbestand ungefällter Küstenmammutbäume in der Bay Area, nachdem die Region Ende des 19. Jahrhunderts so gut wie leergerodet worden war.

Das Nationaldenkmal wurde ursprünglich 1908 von Präsident Theodore Roosevelt unter Schutz gestellt und nach dem angesehenen Naturforscher John Muir benannt, der den Ort zum „denkbar beste[n] Denkmal eines Baumliebhabers, das man in allen Wäldern der Welt finden könnte“, erklärte. Selbst an besucherstarken Sommertagen liegt eine bemerkenswerte Stille über dem Wald, insbesondere in den frühen Morgenstunden. Folgen Sie den erhöhten Bohlenwegen, die die empfindliche Wurzelstruktur der Bäume schützen sollen, um Mammutbäume zu sehen, die teilweise über ein Jahrhundert alt sind und bis zu 75 Meter pfeilgerade in den Himmel ragen. Ein unvergessliches Erlebnis sind Führungen in der Abenddämmerung – Näheres dazu erfahren Sie im Aktivitätenkalender des Parks.

Beachten Sie bitte, dass die Straße zum Park eng und kurvenreich ist und die Parkplätze im Sommer und an Wochenenden oft schon früh belegt sind. (Und wenn Sie keinen Platz dort erwischen, kann es ein langer Fußweg bis zu Ihrem Auto werden!) Am besten nehmen Sie (von März bis Oktober) den Pendelbus zu den Muir Woods aus dem nahegelegenen Sausalito oder buchen gleich einen kompletten Ausflug bei einem örtlichen Pendeldienst oder Ausflugsveranstalter.

Um nach San Francisco zurückzukehren, fahren Sie noch gut 20 Kilometer südwärts und dann über die Golden Gate Bridge.