Alex Farnum

Südkalifornien

Spotlight: Joshua Tree National Park

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Felsblöcke und ‑pfeiler, zerklüftete Berge, Ruinen von Goldminen und Wüstenebenen, die von eigenartigen Bäumen durchsetzt sind – dies ist schon ein merkwürdiger Ort. Der Joshua Tree National Park, den die Einheimischen auch kurz “J‑Tree” nennen, liegt an einer ökologischen Grenze, wo die hochliegende Mojave-Wüste auf die niedriger liegende Colorado-Wüste trifft. Das Ergebnis ist eine erstaunliche Wüstenflora, zu der natürlich auch der Namensgeber des Parks gehört: der Josuabaum, eine Palmlilienart. Die Naturschönheit des J‑Tree ist rund um die Uhr zu bestaunen, auch wenn herrliche Sonnenuntergänge längst in Nächte übergegangen sind, in denen unzählige Sterne am Firmament funkeln. 

Courtesy of Robb Hannawacker/ NPS

Keys View

Keys View
Erleben Sie das großartigste Wüstenpanorama im ganzen Park!

Wählen Sie einen klaren Morgen, um Keys View zu besuchen, wenn Sie einen Ausblick genießen möchten, der auch zwei der höchsten Berge Südkaliforniens einschließt: Mount San Jacinto (3.302 m) und Mount Gorgonio (3.506 m). Palm Springs und das Coachella Valley bilden den Hintergrund, und der Saltonsee (Salton Sea) schimmert im Südosten. Wenn Sie genau hinschauen, erkennen Sie auch das grüne Laub der Thousand Palms Oasis Preserve unmittelbar zu Ihren Füßen. An besonders klaren Tagen können Sie mit dem Fernglas in rund 150 Kilometern Entfernung sogar die Bergspitze von El Centinela auf der mexikanischen Seite der Grenze erspähen. Vertreten Sie sich die Beine auf einem kurzen befestigten Wanderweg oder folgen Sie – wenn Sie fit sind und sich nach der Ruhe und dem Frieden sehnen, die man nur in einer Wüste findet – dem längeren Weg zum benachbarten Inspiration Peak. Ein lohnender Abstecher: Da Sie schon einmal auf der Keys View Road sind, sollten Sie am Ausgangspunkt des Wanderweges zur Lost Horse Mine kurz anhalten und den mittelschweren Weg zu dieser alten Mine gehen. 

Courtesy of Robb Hannawacker/ NPS

Keys Ranch

Keys Ranch
Eine guterhaltene Ranch aus der Zeit des „Wilden Westens“ veranschaulicht das Leben einer Pionierfamilie

Den meisten Menschen erscheint das Leben in der Wüste hart und trostlos, aber für den Rancher und Bergmann William F. Keys war sie fast 60 Jahre lang sein Zuhause. Bill Keys wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Leiter der Desert Queen Mine eingestellt, doch als das Bergwerk 1917 schloss, blieb er bis zu seinem Tod im Jahre 1969 hier auf einem Stück Land wohnen, das er Desert Queen Ranch taufte. Keys besaß mindestens dreißig Grubenfelder, auf denen er nach Gold und Gips schürfte. Außerdem besaß er ein Pochwerk und zerkleinerte darin für andere Bergleute in dieser Gegend das geförderte Erz. In dieser entlegenen Felsenschlucht zogen Bill und seine Frau Frances fünf Kinder auf und bauten ein Wohnhaus, eine Schule, eine Werkstatt und einen Laden. Sie züchteten Ziegen, Hühner und Rinder und legten einen Obst- und einen Gemüsegarten an. Sie gruben tiefe Brunnen, um an Wasser zu kommen, errichteten Windmühlen und bauten Dämme in den Schluchten rund um die Ranch, um einen Stausee zu schaffen. Sie waren, um es kurz zu sagen, echte Pioniere.

Auf anderthalbstündigen Führungen mit einem Park-Ranger (die allerdings im Sommer pausieren) kann man die Gebäude der Ranch, das zurückgelassene Bergwerksgerät und andere Überbleibsel des bemerkenswerten Lebens der Familie Keys in dieser Wüstenenklave besichtigen. 

Courtesy of Robb Hannawacker/ NPS

49 Palms Oasis

49 Palms Oasis
Wandern Sie über einen alten Pfad zu einem kühlen Ort der Einkehr!

Josuabäume sind in den meisten Teilen des Joshua Tree National Park allgegenwärtig, aber an diesem Weg werden Sie ihnen nicht begegnen, denn er liegt für die stacheligen Palmlilien nicht hoch genug. An ihrer Stelle finden Sie eine große Fülle der für eine niedriger gelegene Wüste typischen Flora: hohe Palmen, stachelbewehrte „Fasskakteen“ und Gruppen von Encelia farinosa, Sträuchern mit silbriggrünen Blättern und gelben, gänseblümchenähnlichen Blüten.

Der Weg folgt teilweise alten Indianerpfaden mit einem Anstieg über einen kleinen Gebirgskamm und führt anschließend um einen Palmenhain. Der Höhenunterschied beträgt dabei rund 90 Meter. Am Ende des Weges bilden hohe Kalifornische Washingtonpalmen ein Blätterdach über einer plätschernden Quelle und klaren Tümpeln. Palmoasen wie diese erfordern eine stetige Wasserzufuhr und entstehen daher an geologischen Verwerfungslinien, an denen unterirdische Wasserläufe an die Oberfläche gedrückt werden. Dieses grüne Fleckchen Erde ist als Wasserstelle lebenswichtig für die hier heimischen Dickhornschafe und Kojoten, aber auch für Vögel: Halten Sie Ausschau nach dem orange-schwarz-gefiederten Maskentrupial, insbesondere wenn die beerenähnliche Frucht der Palme zu reifen beginnt.

Courtesy of Robb Hannawacker/ NPS

Felsklettern und Zuschauen

Felsklettern und Zuschauen
Dome und Felsbrocken aus Monzogranit locken den Möchtegern-Spider Man

J‑Tree ist ein Reiseziel, das bei vielen erfahrenen Felskletterern ganz oben auf der Liste steht, aber es ist auch ein guter Ort, um sich in diesem Sport einmal zu versuchen – oder wenigstens anderen zuzuschauen, wie sie die markanten Felsbrocken des Parks erklimmen. Vor über hundert Millionen Jahren drückten seismische Bewegungen am San-Andreas-Graben flüssiges Magma durch die Erdkruste nach oben, das noch unterhalb der Erdoberfläche abkühlte und sich wieder verfestigte. Seither wuschen unzählige Sturzfluten Erdschichten fort und legten so Türme, Dome und Felsnadeln aus Monzogranit frei. Dadurch entstand eine außerirdisch anmutende Landschaft, die heute ein herrliches Spielfeld für Kletterer ergibt. Die über 8.000 etablierten Kletterrouten des Parks bieten unterschiedliche Herausforderungen, die von einfachen Steinplatten und Felsbrocken für Anfänger bis zu extremen senkrechten Felsspalten für sehr Erfahrene reichen, insbesondere in der Nähe der Campingplätze Hidden Valley und Ryan sowie im weitläufigen Wonderland of Rocks. Führer gibt es in den Geschäften für Kletterausrüstung im Städtchen Joshua Tree an der Nordseite des Parks, zum Beispiel bei Nomad Ventures oder Joshua Tree Outfitters. 

Courtesy of Robb Hannawacker/ NPS

Kurs- und Tourangebote des Desert Institute

Kurs- und Tourangebote des Desert Institute
Entdecken Sie die Wüste an der Seite von Fachleuten!

Machen Sie aus Ihrem Urlaub ein unterhaltsames Lernerlebnis mit der Joshua Tree National Park Association! Diese Organisation betreibt das Desert Institute, ein Lernprogramm in freier Natur für Erwachsene und Familien. Es werden Kurse zu verschiedensten Themen angeboten: Naturwissenschaft, Kulturgeschichte, Kunst, Wüstennaturkunde und Überleben in der Wüste. Zu den Familienprogrammen gehören auch halbtägige Schulungen im Fährtenlesen und im Gebrauch von Karte und Kompass. In den Kreativkursen werden Wüsten-Haikus verfasst, Wüstenpflanzen und ‑tiere fotografiert und Aquarelle gemalt. Der wissenschaftliche Unterricht konzentrieren sich auf Flechten, Schlangen, Spinnen und andere Wüstenbewohner. Wenn Sie Ihrem Gehirn lieber eine Pause gönnen und Ihrem Körper einen Gefallen tun möchten, gibt es auch Yoga für Frauen und Camping-Wochenenden. Die Einnahmen aus den Kursen kommen dem Park zugute – Sie tun also obendrein Gutes, wenn Sie hier die Schulbank drücken. 

NPS

Camping im Joshua Tree

Camping im Joshua Tree
Schlagen Sie Ihr Zelt zwischen hohen Felsen oder im Schatten von Pinyon-Kiefern auf!

Im Joshua Tree National Park gibt es Campingmöglichkeiten für jeden Bedarf. Sie sind mit der Familie im Auto unterwegs? Suchen Sie sich einen Platz in der Nähe von Felsen, die für die Kinder ideal zum Klettern sind. Sie haben Lust auf Abenteuer? Bringen Sie Ihre Ausrüstung – zu Fuß oder zu Pferde – an entlegene Orte auf den 3.237 Quadratkilometern Parkfläche und schlagen Sie Ihr Camp auf (ein paar Einschränkungen sind zu beachten)!

Der Park verfügt über neun feste Campingplätze, von denen sechs nicht reservierbar sind, das heißt: Wer hier zuerst ankommt, darf auch zuerst sein Zelt aufschlagen. (Beachten Sie, dass einige Campingplätze während des Sommers geschlossen sind und viele im Frühjahr – insbesondere zur Blütezeit der Wildblumen – überfüllt sein können!) Der Jumbo Rocks Campground ist mit Recht populär: Seine 124 Zeltplätze sind über ein Labyrinth aus Granitfelsen verteilt, und an Wochenenden gibt es abends Gesprächsrunden mit einem Ranger. Besonders beliebt ist der Campingplatz bei Hobbyastronomen und Allradfanatikern. Der Black Rock Campground an der Westseite des Parks hingegen ist dank fließendem Wasser, Toiletten mit Wasserspülung und etwas kühleren Temperaturen der Favorit bei Familien. Auch der Cottonwood Campground in der Nähe des Südeingangs zum Park verfügt über Trinkwasser und Spülklosette.

The Milky Way over Joshua Tree by Esther Lee/Flickr

Sterne zählen in der Wüste

Sterne zählen in der Wüste
Schauen Sie hinauf in ein sternenübersätes Himmelszelt!

In Neumondnächten eignet sich nahezu jede Stelle im Joshua Tree National Park zum Sterngucken. Die niedrige Luftfeuchte in der Wüste und die Lage fernab der gleißenden Lichter der Großstädte sorgen für pechschwarze Nächte, die ideal sind, um Sternbilder zu erkennen, unsere Nachbarplaneten und sogar ferne Galaxien. Lassen Sie sich von einem Ranger in einem entsprechenden Programm den Nachthimmel erklären. Astronomievereine wie die Andromeda Society organisieren häufig Stern-Partys im Joshua Tree Astronomy Arts Theater im Städtchen Joshua Tree an der Nordseite des Parks. Und unmittelbar vor der Parkzufahrt in Twentynine Palms liegt Sky’s the Limit, eine gemeinnützige Sternwarte und ein Naturzentrum, das fast an jedem Samstagabend „Beobachtungssitzungen“ veranstaltet. Dort gibt es ein eigenes Forschungsobservatorium, ein Amphitheater im Freien und ebene Podeste, auf denen Amateurastronomen ihre privaten Geräte aufstellen können. Gästen wird empfohlen, Ferngläser und Fernrohre mitzubringen, doch Sie müssen sich keine Sorgen machen, wenn Sie keins bei sich haben: Astronomen sind von Natur aus großzügig, und sie können sicherlich eines der vorhandenen Geräte mitbenutzen. 

Robyn Celia

Pioneertown

Pioneertown
Besuchen Sie eine Westernstadt, die in den 1940er Jahren als Filmkulisse errichtet wurde!

Im Jahre 1946 wurde Pioneertown von einer Gruppe Investoren aus Hollywood gegründet, zu der unter anderem auch die Schauspieler Roy Rogers und Gene Autry gehörten. Sie träumten davon, eine Westernkulisse zu erschaffen, die zugleich eine sehenswerte Stadt war – also einerseits mit falschen Fassaden im Stil der 1880er Jahre, aber andererseits auch mit begehbaren Innenräumen, in denen Besucher Dinge sehen und tun konnten. So entstanden von außen betrachtet Saloons, Stallungen und Gefängnisse nach Westernart, während sich hinter den Kulissen Eissalons, Bowlingbahnen und Motels verbargen. Über fünfzig Filme und Fernsehserien wurden hier in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts gedreht.

Filmaufnahmen finden hier zwar nur noch selten statt, und die Geschäfte laufen auch nicht mehr so wie früher, aber auf der “Mane Street” („Mähnenstraße“, ein absichtliches Wortspiel mit main street = „Hauptstraße“) wird immer noch hin und wieder mit Platzpatronen geschossen. Am meisten ist aber in Pappy and Harriet’s Pioneertown Palace los, wo man überraschend gute Live-Musik an einem unerwarteten Ort zu Ohren bekommt (Robert Plant und Leon Russell sind hier schon aufgetreten). In diesem verborgenen Schätzchen in der Wüste werden zudem erstklassige Rippchen sowie traditionelles Barbecue nach Santa-Maria-Art, Burger, Sandwichs und Salate aufgetischt.

Robb Hannawacker/ NPS

Lost Horse Mine

Lost Horse Mine
Erkunden Sie eine alte Goldmine!

Im Rausch der großen Hoffnungen, der das Land im späten 19. Jahrhundert erfasste, gruben Glücksritter rund 300 Minen in dem Gebiet, das nun als Joshua Tree National Park unter Schutz steht. Nur eine Handvoll von ihnen förderten dabei nennenswerte Reichtümer zutage, aber die Lost Horse Mine war immerhin einer der einträglicheren Versuche: Zwischen 1894 und 1931 fand man hier 10.000 Unzen (283 kg) Gold und 16.000 Unzen (454 kg) Silber, die nach heutigen Marktpreisen knapp zehn Millionen Euro wert wären.

Schauen Sie sich auf einem leichten 6½ km langen Rundweg, der neben der Keys View Road beginnt, an, was von diesem Stück Wüstengeschichte heute noch übrig ist. Der Pfad folgt der alten Bergwerksstraße zu einem gewaltigen hölzernen Pochwerk, das noch immer erstaunlich gut in Schuss ist. Es diente früher zum Zerstampfen des Erzes, um das enthaltene Edelmetall freizulegen. Darüber und darunter gibt es mehrere abgezäunte Grubenschächte. Achten Sie auf die Seilwinde, mit der Mensch und Maschine einst in den Hauptschacht hinabgelassen wurden. Wenn Sie für eine kleine zusätzliche Anstrengung reich belohnt werden möchten, dann klettern Sie noch die 500 Meter zum Bergkamm hinauf, um das Queen Valley, das Lost Horse Valley, das Pleasant Valley und die Ostseite des Parks zu sehen!

Trip 8-10 Tage 10 stops

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